Aus dem Amerikanischen von Jenny Merling. Fühlst du manchmal diese Lust, Sterne umarmen zu wollen? Das Leben meiner Eltern ist so strahlend, als wäre es gar nicht echt. Es hat eine klinisch saubere Frische wie Schnittblumen, eingeschweißt in Zellophan. Mir wird schwindelig davon. Seit dem Tod meiner Schwester weiß ich, Leben ist Chaos. Es fühlt sich an, als würde mein Leben gerade in mehrere völlig verschiedene Realitäten aufsplittern, die eigentlich gar nicht nebeneinander bestehen können. Es gibt die eine Version, wo der Klavierwettbewerb das Wichtigste auf der ganzen Welt ist und ich ehrlich und gehorsam bin. Und dann gibt's die Version, in der die Erwartungen meiner Familie irgendwie völlig bizarr und unwichtig sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2015
Ein grandioses Debüt hat Rezensentin Ramona Lenz mit Hillary T. Smiths Jugendroman "Hellwach" entdeckt. Das Buch mag als amüsante und durchaus tiefgehende Teenager-Geschichte beginnen, nimmt dann aber derart Fahrt auf, dass sich die Kritikerin der Sogkraft nicht mehr entziehen kann: Sie begleitet die siebzehnjährige Mimi, die sich in Vancouver auf die Spuren ihrer früh verstorbenen älteren Schwester begibt, bald selbst mit psychischen Problemen zu kämpfen hat und von ihren Eltern wenig beachtet wird. Ein temporeicher hinreißender Roman, der der bewegten Kritikerin wie ein virtuoses Klavierstück erscheint.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2015
Ein Roman wie ein "Feuerwerk", freut sich Christine Knödler nach der Lektüre von Hilary T. Smith' neuem Jugendbuch "Hellwach". Hymnisch fährt die Kritikerin fort: Meisterhaft, wie Smith die innere Eruption und den radikalen Ausbruch ihrer jungen Heldin durch Rhythmus, Tempo und geschliffene Dialoge auch auf die Erzählform überträgt, überschwängliche Bilder entfacht und derart intensiv und emotional schreibt, wie sie es noch nicht gelesen hat. Dabei verzichtet die Autorin gänzlich auf das Wälzen und Bearbeiten von jugendbuchtypischen Problemen, schwärmt Knödler, die sich von dem ungebrochenen Lebenswillen, der Anarchie und Lebenskunst der Protagonistin gerne hat anstecken lassen.
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