Cecile Wajsbrot

Nevermore

Roman
Cover: Nevermore
Wallstein Verlag, Göttingen 2021
ISBN 9783835350694
Gebunden, 229 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Anne Weber. Nach dem Tod einer befreundeten Schriftstellerin zieht sich eine Übersetzerin nach Dresden zurück, um dort an der Übertragung von Virginia Woolfs Roman "To the lighthouse" zu arbeiten. Aus ihren tastenden Versuchen, sich der fremden Sprache und Zeit anzunähern, und den Überlegungen, die sie dabei anstellt, entsteht eine betörende Musik. Bei ihren nächtlichen Spaziergängen glaubt sie der toten Freundin zu begegnen und noch einmal mit ihr reden zu können. Ihre Einsamkeit weitet sich zu einem gewaltigen Echoraum, der von dem verfallenen Haus in Virginia Woolfs Roman über das einstmals zerstörte Dresden bis zur High Line, einer ehemaligen New Yorker Industrieruine, und zur Verbotenen Zone um Tschernobyl reicht.Orte, die dem Verfall, der Zerstörung anheimgegeben sind und doch wieder aufleben, abgebrochene Welten, in denen noch Kraft schlummert für einen Neuanfang. Übersetzen als Über-Setzen zu anderen Ufern, zu den Verschwundenen; in eine andere Zeitlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2021

Rezensent Andreas Platthaus lässt sich ein auf Cecile Wajsbrots Roman über eine in Dresden arbeitende Übersetzerin von Virginia Woolfs "To the Lighthouse" und seine vielfachen Spiegelungen. Gespiegelt sieht er die Autorin in ihrer Figur, ebenso die deutsche Übersetzerin des Buches. Gespiegelt sieht er den Roman in Arno Schmidts "Zettels Traum", der sich, wie Wajsbrot in ihrem Text, mit der Arbeit des Übersetzens befasst. Für den Rezensenten ist der Roman mit seinen "verstörenden" Beschreibungen der Stadt Dresden allerdings mehr als das - ein Buch über das Verschwinden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2021

Rezensent Joseph Hanimann empfiehlt Cecile Wajsbrots Buch den Kennern und Liebhabern der offenen Form. Den Assoziationen der Autorin und ihrer Erzählerin zu folgen, die im Text ein Netz aus literarischen Verweisen und eigenen Eindrücken aufspannen und den Leser an einer Übersetzungsarbeit eines Kapitels aus Virginia Woolfs Roman "To the Lighthouse" teilhaben lassen, ist laut Hanimann nicht ganz einfach. Der Wechsel zwischen essayistischen Passagen, Notizen der Übersetzerin und Erlebtem regt Hanimann allerdings zum Weiterlesen an. Auch die kongeniale Übersetzung von Anne Weber findet der Rezensent reizvoll.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.08.2021

Rezensentin Sigrid Brinkmann ist von Cécile Wajsbrots Buch "Nevermore" beeindruckt. Die 67-jährige Autorin und Übersetzerin erzählt von einer französischen Übersetzerin, die vor der Realität des Todes einer Freundin aus Paris nach Dresden flieht, wo sie an einer Übersetzung von Virginia Woolfs "To the Lighthouse" arbeitet, erklärt Brinkmann. Wajsbrot brauche dabei nicht viel Text, um das Beschriebene plastisch werden zu lassen. Der Rezensentin zufolge wirkt der Roman mit seinen vielen Details, beispielsweise der titelgebenden Anspielung auf ein Gedicht von Edgar Allan Poe, wie ein "großes Puzzle" mit mehreren Teilen, die letztendlich zu einem großen Bild verschmelzen. Ein poetisches, sprachlich versiertes Werk mit einer ebenso gelungenen deutschen Übersetzung von Anne Weber, schließt die glückliche Rezensentin.

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