Aus dem Japanischen von Matthias Pfeifer. Im besetzten Japan verbreitet sich 1946 das Gerücht, die japanische Schrift solle durch das lateinische Alphabet ersetzt werden. Sieben Gespielinnen amerikanischer Soldaten tun sich zusammen und versuchen, diesen Plan zu vereiteln
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2014
Dem Rezensenten Leopold Federmair gibt dieser 1999 im japanischen Original erschienene Roman von Hisashi Inoue Anlass, grundsätzlich über den neuen japanischen Nationalismus nachzudenken. Den Autor hält Federmair allerdings nicht für einen Nationalisten, schon weil er ihn auf Seiten der kleinen Leute mit sozialistischen Ideen wähnt. Für das Buch nimmt den Rezensenten ein, dass der Autor hier, anders als in seinen Theaterstücken, ideologisches Brimborium beiseite lässt, wenn er sich mit Japans jüngerer Vergangenheit, genauer der Kriegs- und Nachkriegszeit, befasst. Die Form des Tagebuchs scheint Federmair gut zum Inhalt passen, und dass die Sympathie des Autors deutlich seinem Helden gilt, der aus der Kriegsgsgefangenschft kommend sytemkritisch wird, stört ihn nicht. Wie auch die teils grelle Überzeichnung der GIs führt es ihm nur vor Augen, dass auch dem Autor an der Bewahrung japanischer Kultur vor den imperialen Einflüssen aus den USA gelegen sein musste. Über die Geschichte Japans hat Federmair durch diese Lektüre viel gelernt, und das heutige Japan scheint er jetzt besser zu verstehen.
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