Aus dem Japanischen von Daniela Tan. Tarō, der unscheinbare Angestellte einer PR-Agentur, träumt sich immer wieder aus der lästigen Realität in eine imaginäre Welt. Die Bekanntschaft mit einer Nachbarin, der Mangazeichnerin Nishi, verändert nicht nur seine Sicht auf die Umgebung und das geheimnisvolle hellblaue Haus, das bald für beide ein Objekt ihrer Begierde ist. Das Haus und der Garten mit ihrer Beständigkeit werden zu einem Sehnsuchtsort, zumal das Apartmenthaus, in dem sie wohnen, zum Abbruchhaus verkommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2019
Rezensent Steffen Gnam folgt Tomoka Shibasaki bei ihrer Erkundung von Einsamkeit und Neurosen in der digitalen Moderne Tokios mit Interesse. Wie sich die in geschichtsvergessener Bauwut verändernde Stadt auf die Psyche ihrer Bewohner auswirkt, illustriert die Autorin laut Gnam anhand der Mieter eines zum Abriss bestimmten Hauses. Gesellschaftliche Probleme wie Überalterung und Angestelltentristesse reißt der Text in "expressiven Bildern" an, meint Gnam. Eine mythische Dimension bekommt der Roman, wenn Shibasaki eine anpassungsfähige Fauna beschreibt, die sich die Stadt zurückerobert, erklärt der Rezensent. Die Autorin erscheint ihm als Archäologin historischer und "seelischer Tiefenschichten" Japans und seiner Bewohner.
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