Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), die "Stasi", stand in der DDR für politische Verfolgung und behördliche Willkür. Die Stasi war zugleich die wichtigste Machtstütze der SED. Doch lange blieb im Dunkeln, was das Innenleben des Geheimdienstes bestimmt hat, was sich tagtäglich in seinen streng abgeschirmten Dienststellen und im Privatleben der hauptamtlichen Mitarbeiter abspielte. Bislang unveröffentlichte Dokumente legen dies erstmals offen. Vom feierlichen Aufnahmeritus in der elterlichen Wohnung über operative Maßnahmen gegen Andersdenkende bis hin zu Konflikten zwischen Kollegen und Vorgesetzten am "Arbeitsplatz Staatssicherheit".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.06.2015
Ohne Literaturverzeichnis und Register, dafür mit einigen Ungenauigkeiten findet Karl Wilhelm Fricke diesen von den Historikern Jenny Krämer und Benedikt Vallendar herausgegebenen Band nur halb so gut. Dabei lassen die Autoren dank fleißigen Aktenstudiums, Interviews und Memoirenlektüre den eher tristen Alltag von Mielkes Mannen ganz plastisch werden, findet Fricke. Was trieb ein Stasi-Offizier in der Freizeit, wem neidete er das Salär, wie erlebte er die Auflösung der DDR und wie redete man sich die SED schön? Derartiges erfährt der Rezensent hier knapp und mitunter durchaus salopp formuliert, erklärt Fricke. Das Bild, das er erhält, taugt nicht zur Verklärung, von Elite keine Spur, meint er.
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