Der globale Wettbewerb stellt weit höhere Anforderungen an die politische Steuerung. Langfristig geht es schlecht geführten Ländern nicht besser als den Unternehmen. Negieren Regierungen den Zwang zur Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit, verliert das Land Know-how, Arbeitsplätze und erntet Armut. Die Rahmenbedingungen der Demokratie fördern Strukturkrisen, gefährliche Trends sowie Managementfehler. Damit blockieren die Schwächen der Demokratie zunehmend die Kräfte der Sozialen Marktwirtschaft, denn wie alle Menschen folgen auch Politiker ihrer Egologik, auch wenn sie dies verneinen. Steuert die Egologik wettbewerbsschädlich, so macht dies jedes Wirtschaftssystem langfristig zum Verlierer, wenn andere Länder sich wettbewerbsorientierter verhalten.Viele alternde Demokratien "verbessern" sich durch Regulierung, Kompliziertheit, Administration und Reibungsverluste. Jedes gut geführte Unternehmen antwortet dagegen bei stärkerem Wettbewerb mit Leistungssteigerung. Auch die Kritiker der derzeitigen Politik würden sich im politischen Amt unter den gegebenen Zwängen kaum anders verhalten. Die langfristige Gefahr: Die Niedriglohnländer verdrängen die Hochlohnländer zunächst auf einfachen, langfristig auf intelligenteren Arbeitsgebieten. Um die Demokratie als die beste bekannte Staatsform zu sichern, müssen die größten Wettbewerbschwächen beseitigt werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2008
Durchaus anregend scheint Rezensentin Indira Gurbaxani dieses Buch Friedrich Reutners, der Vorschläge macht, wie der wirtschaftliche Niedergang westlicher Demokratien erfolgreich bekämpft werden kann. Die Intention des Autors sieht sie darin, Stärken und Vorteile der Demokratie zu erhalten und ihre Schwächen zu beseitigen. Kritisch betrachte Reutner das Verhalten von Politikern, die oft eher an ihr politisches Überleben und an kurzfristige Erfolge denken als an den langfristigen Wohlstand des Landes. Gurbaxani hebt hier den Vergleich des Autors von Unternehmen und dem Land hervor. Zwar lässt sich ihres Erachtens nicht alles von der Industrie auf die Politik übertragen. Aber sie findet in dem Buch doch "wichtige Anregungen" und "konkrete Vorschläge", die ihr nützlich scheinen, etwa zur Schaffung besserer Anreizstrukturen, einer effizienteren Bürokratie und eines klareren Steuersystems.
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