Aus dem Koreanischen von Andreas Schirmer. Am Rand der südkoreanischen Metropole Seoul liegt die "Blumeninsel", eine gigantische Müllhalde, Lebensgrundlage und Wohnstätte einer Kolonie von Ausgestoßenen. Hier landet der Held des Romans, der 14-jährige "Glupschaug", zusammen mit seiner Mutter, für die sich ein in der Hackordnung weit oben stehender Müllhaldenbewohner interessiert. Dieser "Baron" ist für den Helden eine verhasste Stiefvaterfigur. Mit "Glatzfleck", dem Sohn des Barons, freundet sich "Glupschaug" jedoch an und lernt von ihm alles, was man zum Überleben wissen muss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2021
Rezensentin Anna Schiller lernt mit Hwang Sok-yongs Roman eine drastische soziale Realität kennen. Die Geschichte spielt unter den Ärmsten der Armen von Seoul in den 1970er und 80er Jahren, beschreibt, wie Menschen auf einer Müllkippe leben, und zwar in einer ungeschönten, deutlichen Sprache, wie Schiller erklärt. Auch wenn die Parteinahme des Autors und Aktivisten für seine Randexistenzen der Rezensentin mitunter allzu eindeutig vorkommt, leuchtet ihr die Spannung ein zwischen dem geschilderten Elend und den hochtrabenden wirtschaftlichen Ambitionen Koreas seinerzeit.
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