Ibn Khalduns Einführung - "Muqaddima" - in seine Universalgeschichte gehört zu den bahnbrechenden Werken der Geschichtswissenschaft. Der arabische Gelehrte des 14. Jahrhunderts geht in ihr auf erstaunlich moderne Weise den Gründen für den Aufstieg und Niedergang von Imperien nach. Alma Gieses meisterhafte Übersetzung bietet erstmals in deutscher Sprache einen Überblick über das gesamte Werk. Der Jurist und Gelehrte Ibn Khaldun (1332-1406) diente mehreren Herrschern als Wesir, Gesandter oder Richter - immer auf der Suche nach einer gerechten und weisen Herrschaft. Seine Biografie, die ihn in den Kerker, in höchste Ämter und ins Exil führte, liest sich stellenweise wie ein Abenteuerroman. In seiner berühmten "Einführung" beschreibt er gesellschaftliche, kulturelle und klimatische Faktoren als Ursachen für den Aufstieg, die Blüte und den Untergang von Dynastien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2012
Stefan Weidner kann's nicht fassen, wie modern dieser islamische Machiavelli daherkommt. Und das, obwohl er bereits 1332 das Licht der Welt erblickte, deren aufklärerische Entzauberung er sich zur Aufgabe machen sollte: der Universalgelehrte Ibn Khaldun. Die 500-seitige Auswahl aus Khalduns Schriften lässt den Rezensenten das Bild vom unaufgeklärten Islam ins Reich der Unkenntnis verdammen. Nicht nur auf eine frühe und höchst suggestive Formulierung einer anthropozentrischen Geschichtsauffassung stößt Weidner, auch Khalduns Kritik an zu hohen Staatsausgaben erscheint ihm seltsam aktuell. Daneben gibt der Autor dem erstaunten Rezensenten ein Wissenspanorama seiner Zeit: Logik, Landwirtschaft, Traumdeutung. Dass die Herausgeber immer wieder zusammenfassend eingreifen, kann Weidner nicht goutieren, der Reiz liege im Wortlaut der Gedanken. Und die gebotene Einführung ist ihm leider etwas zu theoriefern und allzu frei von Bezügen zur Forschung.
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