Sommer. Zum ersten Mal hat sich ein deutscher Schriftsteller ausländischer Herkunft, der Bulgare Ilija Trojanow, daran gemacht, seine persönliche Auswahl der anderen deutschen Literatur zusammenzustellen, von Yoko Tawada bis Rafik Schami, von Emine Sevgi Özdamar bis Zé do Rock. Ein Welt-Atlas der deutschen Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.07.2000
Endlich ein Sammelband mit Texten von Autoren, die in Deutschland ihre zweite sprachliche Heimat gefunden haben. Kein Wunder, denn in den letzten zwei Dekaden sei hierzulande, so Rezensent J.Z, „das vermeintlich Unwahrscheinlichste“ Realität geworden - deutsche „Literatur“ von Nicht-Muttersprachlern. Die Texte kreisen um „die Urszene der Moderne“, um Begegnungen der aufgeklärten mit der „vormodernen“ Welt. So begebe sich zum Beispiel Sinasi Dikmen in seine türkische Heimat auf die Suche nach dem verschollenen Geburtsdatum; bei der Japanerin Joko Tawada nehme die Schreibmaschine die Rolle der archaischen Großmutter an. „Die doppelte Distanz“ scheint den Motor einer neuen Kreativität herzugeben.
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