Reinhard Rürup stellt die historischen Ereignisse und Prozesse, die für ein Verständnis des NS-Regimes besonderes Gewicht haben, dar: von der "Machtergreifung" und der "Bücherverbrennung" bis zur Verfolgung und Ermordung der Juden und dem Eroberungs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Ebenso widmet sich Rürup der in den letzten Jahren immer stärker diskutierten Frage nach dem Umgang der Deutschen mit der Geschichte von 1945 bis in die unmittelbare Gegenwart. Dabei geht es nicht zuletzt um die Kontroversen über die "Wehrmachtsausstellung", die "Goldhagen-Debatte" oder den 8. Mai 1945 als "Tag der Befreiung".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.01.2015
Sehr freundlich bespricht der Historiker Norbert Frei diesen Band seines nunmehr achtzigjährigen Kollegen Reinhard Rürup, der in einem ersten Teil die wichtigsten Geschehnisse der aus nationalsozialistischer Zeit aufbereitet und in einem zweiten die großen geschichtspolitischen Debatten seit den siebziger Jahren aufgreift. So spiegeln sich die einzelnen Themen immer auch mit dem Erinnerten beziehungsweise Gedeuteten. Frei schätzt Rürup als engagierten Historiker, dem das Land vor allem das Zentrum für Antisemitismusforschung und die Topografie des Terrors zu verdanken hat, und diese Essays als klarsichtig und präzise.
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