Mit 480 Tritone-Fotos und einem Essay von Fritz J. Raddatz. "Ich war ein Nachkriegsmädchen, hungrig endlich etwas von der Welt zu sehen. Deshalb zog ich 1950 von Göttingen nachHamburg. Ich lernte das Abc des Fotografierens, und da ich ein flottes Mädchen war, konnte ich als Fotomodell etwas Geld verdienen. Als ich mit dem Fahrrad durch Pöseldorf fuhr, stoppte neben mir ein schickes weißes Auto. Der Mann am Steuer deutete auf meinen Fotoapparat und fragte, ob ich Fotografin sei. Es war Hans Huffzky, der Gründer der Frauenzeitschrift Constanze. Als er meine Fotos sah, sagte er: 'Entsetzlich! Eine Katastrophe! Hören Sie auf, Schiffe im Hafen zu knipsen. Sie müssen Menschen fotografieren.' Huffzky wurde mein Professor Higgins und stellte mir die Verleger Rudolf Augstein und Axel Springer vor. Beide waren noch auf ihrem Weg nach oben und sehr easy going. Es war damals leicht, nach den Sternen zu greifen und die Welt zu erobern." Neben ihrem fotografischen Geschick und ihrem glänzenden Aussehen, war es immer wieder dieses Talent, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, das Inge Feltrinelli Tür und Tor öffnete. So gelangen ihr legendäre Schnappschüsse von den Reichen, Klugen und Berühmten ihrer Zeit. Alle Bilder verraten das ungezwungene, ja freundschaftliche Verhältnis zwischen der Fotografin und ihrem Objekt. Marc Chagall machte für sie ein freundliches Gesicht, Simone de Beauvoir lächelte zufrieden, und Gary Cooper betrank sich in aller Ruhe weiter, während Inge ihrer Arbeit nachging.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2013
Inge Feltrinelli ist zum Glück für Rezensent Michael Krüger nicht hinter dem Objektiv stehengeblieben. Die Bilder in diesem Band zeigen immer wieder ihr Lachen, wie Krüger es kennt und auf der letzten Buchmesse erstmals schmerzlich vermisst hat. Ferner zu sehen: Hemingway im Mittagsrausch, Allen Ginsberg in Badehose, Gary Cooper mit Champagner und immer wieder rauchende Größen aus Kultur und Politik. Für Krüger ist die "generöse" Herstellung des Bildbands schon deshalb genau das Richtige, und der Einleitungsessay von Fritz J. Raddatz auch.
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