Berkeley, Berlin, Rom, Paris - dieses Buch bietet einen prägnanten Überblick über den Aufstieg, die Ziele und den Zerfall der 68er Bewegung, deren Aktionen auf dem Weg in eine "andere" Gesellschaft bis heute Debatten über ihre Wirkungen und ihre historische Rolle provozieren.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2001
Rainer Hoffmann scheint das Buch, das die 68er Bewegung von ihren Anfängen bis zu ihrem Ende 1970 darstellt, voller Zustimmung gelesen zu haben, auch wenn er sich zu einem expliziten Lob nicht durchringen kann. Er sieht die Ideen der Neuen Linken mit einer "konzisen Darstellung" der geschichtlichen Ereignissee kombiniert und findet, dass die Autorin wichtige Fragen nach der "politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Vermittlung" der Inhalte der Bewegung "ausführlich" beantwortet. Und die Schlussbemerkung der Autorin, die Bewegung sei zwar gescheitert, habe aber wichtigen Einfluss auf die Geschlechterrollen und das Naturverständnis von heute gehabt, beurteilt der zufriedene Rezensent als gar "keine schlechte Bilanz".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2001
Gabriele Metzler bezeichnet die vorliegende Neuerscheinung als "instruktive und obendrein elegant geschriebene Deutung von 1968". Auf der Basis der Konfliktpotentiale, die in den 50er Jahren bereits bestanden, seien die nationalen Befreiungsbewegungen mehrerer Länder unter dem Eindruck des Vietnamkriegs entstanden. Unter unterschiedlichen Prämissen - Situation der Schwarzen in den USA, Nazivergangenheit in Deutschland - hätten sich die verschiedenen Befreiungs-Strömungen im Zuge der 68er-Proteste entwickelt, dabei jedoch auch national Spezifika herausgebildet, hat Metzler dem Band entnommen: So hätten die Studentenproteste in den Vereinigten Staaten zur Gründung freier - oder vielmehr staatsfreier - Universitäten geführt, während etwa die Studenten in Deutschland versuchten, die bestehenden Institutionen zu ändern.
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