In dem Band werden die Folgen der kulturellen Dissoziation von Sexualität und Fortpflanzung auf das begehrende Subjekt sowie die geschlechtliche und generationelle Ordnung unter verschiedenen disziplinären Gesichtspunkten (Kultur-, Sexual- und Filmwissenschaft, Philosophie, Psychoanalyse und Kunst) beleuchtet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.07.2009
Als hilfreichen "Wegweiser" durch das Gebiet der neuen Sexualität lobt der in Frankfurt lehrende Psychosoziologe Manfred Clemenz diesen Sammelband. Nach drei sexuellen Revolutionen im 20. Jahrhundert sehen die Beiträger die Sexualität überwiegend auf dem "Rückzug", sexuelle Befreiung und das Bekenntnis zu rauschhafter Ekstase ist in "Unbehagen" und Angst vor Aids umgeschlagen, stellt der Rezensent fest. Im Großen und Ganzen einverstanden, sieht der Rezensent dennoch wichtige Strömungen im Sexualitätsdiskurs nicht genügend beachtet, und einiges, wie beispielsweise Jean Clams auf Lacan gestützte Mutmaßungen über die Bedrohung unserer Gesellschaftsordnung durch die medizinische Reproduktionstechnik, scheint ihm überspitzt. Mitunter erinnert ihn diese Drastik an "katholische Enzykliken". Als Versäumnis beurteilt der insgesamt dennoch eingenommene Rezensent zudem, dass sich die Beiträge kaum je mit der Rolle beschäftigen, die die neuen Medien in der "Postsexualität" spielen.
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