Ausgehend vom heute viel diskutierten Placebo-Effekt und seiner Bedeutung für die medizinische Forschung und ärztliche Praxis werden im ersten Teilband historische Konzepte einer "Heilkraft der Natur" ins Auge gefasst. Sie bildeten in unterschiedlicher Ausprägung das Leitmotiv der Naturheilkunde und Lebensreformbewegung, der Suggestivtherapie und Hypnose und schließlich der romantischen Naturphilosophie und des Mesmerismus. Diese Rückschau eröffnet uns einen Durchblick zur "natürlichen Magie" oder "magia naturalis", die für Medizin und Naturforschung der frühen Neuzeit grundlegend war und im zweiten Teilband beleuchtet wird. Ausgehend von der "Heiligen Hochzeit" thematisiert die Studie am Ende Eros und Erotik im Spannungsfeld zwischen Trieb- und Geistesleben. Sie kehrt schließlich mit einer kritischen Betrachtung der Sexualwissenschaft und - medizin in die Gegenwart zurück und konfrontiert die dort vorherrschende biologistische (naturalistische) Auffassung des Geschlechtslebens mit spirituellen, "magisch" anmutenden Sexualpraktiken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2015
Manuela Lenzen bleibt etwas ratlos zurück nach der Lektüre von Heinz Schotts Versuch einer Geschichte der Magie der Natur als Teil der Medizingeschichte. Durch zwei Bände ackert sich die Rezensentin, erfährt Wissenswertes über Naturphilosophie, Naturheilbewegungen, Hypnose, Magnetismus und die Göttin Natura und stellt unter Anleitung des Medizinhistorikers Kontextualisierungen her zwischen Röntgenstrahlen und Sonnenkult. Schotts Ausführungen aber scheinen ihr zu kurz, um zu überzeugen. Das Buch bietet ihr eine Vielfalt, die sie eher erschlägt als schlauer macht.
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