Die Bedeutung von Familienpolitik hat sich auf allen Ebenen des politischen Systems in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erheblich geändert - sie ist von einem eher randständigen zu einem zentralen Politikfeld geworden und hat dabei weitgehend die vormals charakterisierende ethisch-moralische Lagerbildung überwunden. Dabei wurde immer deutlicher, welch zentrale Rolle Familien für die Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft haben, aber auch, wie sehr sie der Unterstützung durch eine gute und verlässliche Familienpolitik bedürfen. Das Buch, das für diese dritte Auflage grundlegend aktualisiert und erweitert wurde, versteht sich als umfassende und systematische Einführung in die Entwicklung, die Konzeption und die Handlungsfelder der Familienpolitik sowie als Grundlage zu einer normativen Neubewertung ihrer Funktionen. Dabei bemüht es sich um eine interdisziplinäre Analyse aus politikwissenschaftlicher, soziologischer, rechtlicher und ökonomischer Perspektive. Daneben wird der familienpolitische Prozess von der Gründung des Familienministeriums bis zur 19. Legislaturperiode differenziert beschrieben. Dabei zeigt sich einerseits die immer ausgeprägtere Systematik des familienpolitischen Instrumentariums, andererseits gibt es aber auch immer wieder Einschränkungen der politischen Wirksamkeit durch Rückfälle in dominant parteipolitische Prägungen der Politik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2026
Ein willkommener Wegweiser auf schwierigem Terrain ist dieses Buch für Rezensent Thomas Jansen. Denn Familienpolitik ist eine komplexe Angelegenheit, was sich schon daran zeigt, dass ihr Erfolg nur schwer messbar ist und wenn überhaupt, dann nur retrospektiv. Gerlach nähert sich ihrem Thema sowohl aus historischer als auch aus systematischer Perspektive, die Rezension konzentriert sich auf die historischen Passagen, die nachzeichnen, wie die weltanschaulichen Differenzen im Deutschland der Nachkriegszeit zunächst noch enorm waren. Die CDU orientierte sich an einem christlichen, die SPD an einem pragmatischen Familienbegriff, später wurde Familienpolitik dann oft mit anderen sozialen Themen wie Jugend und Gesundheit in einen Topf geworfen, was die Sache nicht einfacher machte. Das Buch selbst ist ebenfalls nicht einfach zu lesen, stellt Jansen klar, man muss sich durch einen ziemlich dichten wissenschaftlichen Text kämpfen, aber es lohnt sich, auch weil Gerlach angenehm unideologisch schreibt.
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