Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2000
Insgesamt positiv bespricht Erwin Seitz diesen Band, der sich mit der selten betrachteten Kunst der Stukkatoren befasst. Ihnen kam aber nach Seitz in der "Dämmerstunde des Ancien Régime" eine große Bedeutung zu, weil die Repräsentanten der fürstlichen Macht immer mehr auf äußeren Prunk verzichteten, um sich in eine schön geschmückte Innerlichkeit zurückzuziehen. Besonders bemerkenswert findet Seitz an dem Band, dass hier bisher unbekanntere Mitglieder der vielköpfigen Stukkatorendynastie der Bossis, nämlich Materno und Augustin Bossi, gewürdigt werden. Aus dem Band lernt Seitz vor allem, dass diese beiden Brüder mit ihrem Werk ganz Franken prägten - mit Höhepunkten in Würzburg und in Bamberg - und dass sie sowohl die "züngelnden" und "fiebernden" Formen des Rokoko als auch die weitaus nüchterneren und rechtwinkligen Figuren des Frühklassizismus beherrschten. Hier waren sie nach Seitz weiter als etwa die Bayern, die wesentlich länger am Rokoko festhielten. Seitz weist lobend auf den umfangreichen Apparat und Abbildungsteil des Bandes hin.
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