Sommer 1918: Mit den Augen eines zehnjährigen Mädchens erleben wir, wie der Krieg zu Ende geht.
Wie in "Kind aller Länder" geht es in Irmgard Keuns erstem Exilroman, der 1936 erschien, um ein junges Mädchen mit eigenem Kopf, verrückten Ideen und einer Menge Problemen.
Das größte davon ist Frau Meiser, die Nachbarin der phantasievollen Drittklässlerin. Frau Meiser findet ihre Streiche gar nicht lustig, erteilt einen Tadel nach dem anderen und, als das alles nicht hilft, ein generelles Umgangsverbot. Fortan muss das Mädchen auf ihre Freunde verzichten. Zum Glück erweist sich ihr Vater Victor, ein recht erfolgloser Geschäftsmann, als begnadeter Spielgefährte. Mit seiner selbst konstruierten Wasserbombe vom Balkon aus Fräulein Löwenichs Haupt zu treffen, ist aber keine gute Idee und verschärft die Lage eher noch. Und das Leben im Krieg ist beschwerlich genug.
In den achtzig Jahren seit seiner Erstveröffentlichung hat Irmgard Keuns erster Exilroman "Das Mädchen mit dem die Kinder nicht verkehren durften" nichts an seiner erfrischenden Wirkung eingebüßt, freut sich Rezensentin Verena Kripper. Noch immer besticht Keuns unbeschwerter und humorvoller Erzählton, der ungetrübte Blick auf Kriegsalltag und Besatzung aus der Sicht einer 12-jährigen Protagonistin, die zwischen kindlicher Naivität und scharfsinniger, verständnisvoller Beobachtung schwankt, ja beides miteinander vereint, wie Kripper meint. "Eine Welt voller Flausen", aber auch voll von Mangel, Krankheiten, Angst und Trauer wird uns eröffnet, und das auf so fantasievolle wie einfühlsame Art und Weise, lobt die Rezensentin.
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