Der Antikriegsroman des Dortmunder Volksschullehrers Franz Müller-Frerich erschien 1930 innerhalb kürzester Zeit in mehreren Auflagen und ist dennoch heute vollständig vergessen. In "Kriegspferd Pummelchen" wird die Frontrealität der Jahre 1914-1918 aus Sicht eines Pferdes geschildert; durch die schonungslos und drastisch wiedergegebenen Kriegserlebnisse verliert der Text seine Nähe zum Kinderbuch. Bei schlechter Verpflegung und Organisation stirbt das haferfressende Kriegsgerät an schweren Verletzungen, an totaler Erschöpfung. Das Leid dieser 'Kraftmaschinen' im Laboratorium der Gewalt ist unsäglich. Müller-Frerichs Roman operiert meist mit kurzen Szenen und desavouiert heroische Vorstellungen nationaler Wehrhaftigkeit, rückt Mitleid als Kategorie ins Zentrum.
Peter Henning lobt die antibellizistische Entschlossenheit des vergessenen Autors Franz Müller-Frerich. Dessen Kurzroman von 1930 in Neuausgabe liest Henning aufgrund des verharmlosenden Tonfalls zunächst wie ein Kinderbuch, in dem das Geschehen des Ersten Weltkriegs nur Hintergrundrauschen ist. Dahinter aber versteckt sich laut Rezensent eine expressionistisch anmutende Liebesgeschichte zwischen Mann und Pferd. Dass der Autor sich dem Leid der Kreatur, namentlich der sechzehn Millionen im Krieg getöten Pferde zuwendet, scheint Henning bemerkenswert, auch wenn es im Buch mitunter arg sentimental zugeht.
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