Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2004
Nichts weniger als eine Sensation! Isolde Stark, schreibt Wolfgang Schuller, wirft über den Haufen, was man bisher über die griechische Komödie zu glauben meinte, und sie hat, da ist er sich sicher, vollkommen recht. Ihre These: Der Ursprung des Genres liegt nicht im Kultischen, sondern im Spott - in der Komödie wurden jene verlacht, "die von den Verhaltensnormen der Gesellschaft abwichen oder die jedenfalls zur Abschreckung als abweichend dargestellt wurden." Und die "Dickbauchtänzer", die man sich bislang als "kultische Phänomene" erklärte, sind nichts als Außenseiter, die man mit ritualisierter Häme überzog. Wie kommt Isolde Stark darauf, und warum ist das bisher noch niemandem aufgefallen? Man hat bisher, meint Schuller, die Betrachtung der Komödie in ihrer Breite vernachlässigt und sich zu sehr auf die Stücke des Aristophanes konzentriert, die in der Tat nicht unbedingt den Schluss dieser Studie nahelegen - aber auch dafür habe die Autorin eine durchaus überzeugende Erklärung. Fazit: "Wieder einmal scheint die Forschung einen Wald vor Bäumen nicht gesehen zu haben" - Isolde Stark hat genauer hingeschaut.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…