Ivan Cankar

Krpans Stute

Satiren und Erzählungen
Cover: Krpans Stute
Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2026
ISBN 9783708407241
Gebunden, 224 Seiten, 25,90 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen und mit einem Nachwort und Anmerkungen von Erwin Köstler. "Ich habe schon oft überlegt, dass es fein wäre, wenn die Künstler keine Menschen, sondern irgendwelche Maschinen wären, die man weder ölen noch reparieren muss und die ununterbrochen produzieren, uns zur Freude … Auf die Art hätte man kein schlechtes Gewissen …" Mit "Krpans Stute" (1906) nahm Ivan Cankar vor 120 Jahren von Wien aus das heimische slowenische Kulturleben und seine Protagonisten aufs Korn. Den ersten Teil dieses ungewöhnlichen und überraschend aktuellen Buches bilden satirische Essays, in denen der Autor am Beispiel der Theater-, Denkmal- und Festkultur zeigt, wie patriotische Anmaßung und kunstfeindlicher Populismus den öffentlichen Raum zum Schaden der slowenischen Kultur missbrauchen. Die Erzählungen im zweiten Teil des Buches gehen über die Satiren hinaus, indem sie die Kritik an den "praktischen Verhältnissen" in der slowenischen Provinz zur Kritik an den Verhältnissen der Menschheit schlechthin verallgemeinern. In der Gegenüberstellung von politischer und poetischer Aussage thematisiert Cankar unter anderem die Frage, welche Rolle Kunst und Literatur im gesellschaftlichen Prozess spielen sollten und was sie an Kritik überhaupt zu leisten imstande sind.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 12.06.2026

Ivan Cankar schrieb mit "funkelndem Florett", stellt Rezensent Jörg Plath fest - und wie dieser wohl einflussreichste und zugleich verhassteste aller slowenischen Dichter seine Waffe funkeln lässt! Kraftvoll und zielgerichtet, "mit Raffinesse und Treffsicherheit" stellt er sich in seinen gesammelten satirischen Essays und Novellen vor allem und immer wieder - dies ist den Texten gemeinsam - dem slowenischen Bürgertum um 1906 entgegen, entlarvt die Bigotterie der Kunstfeinde und entblößt ihren banalen Eigennutz , lesen wir. Anhand verschiedener Episoden und fiktionalen Erzählungen macht er deutlich, wie dieses Bürgertum sich patriotisch gibt, zugleich aber ihr ach so geliebtes Volk verblöden lässt durch blöde Kunst und Kultur. Ein Band voll messerscharfem Witz und stichfester Kritik, hervorragend übersetzt und kommentiert von Erwin Köstler, so der begeisterte Rezensent.

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