Edo Popovic

Mitternachtsboogie

Roman
Cover: Mitternachtsboogie
Voland und Quist Verlag, Leipzig 2010
ISBN 9783938424513
Gebunden, 173 Seiten, 19,86 EUR

Klappentext

Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. Edo Popovics erster Roman "Mitternachtsboogie" von 1987 wurde zum Kultbuch seiner Generation, da er das Lebensgefühl der Jugend am Ende der Tito-Ära wie kein anderer einfing. In einer gewagten Mischung aus lyrischer und urbaner Sprache erzählt Popovic über die Erfahrungen aus langen Nächten in den Zagreber Kneipen und Cafes oder über die Fahrten durch West-Deutschland, wo die Studenten gelegentlich immer noch vom Sozialismus träumten, während in Zagreb die Zuversicht wuchs, dass dieser bald sterben würde.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.03.2011

Edo Popovics Debütroman "Mitternachtsboogie" hat Frank Schäfer Einblicke in das Jugoslawien der Achtziger Jahre gewährt und den Rezensenten von den "sublimierten erzählerischen Qualitäten" des Autors überzeugt. Das Regime Titos beginnt sich aufzulösen, die sozialistische Jugend begräbt ihre Ideale und Popovic wirft seinen Blick auf eine Generation, die überwiegend mit "abhängen, saufen, rauchen und vögeln" beschäftigt ist, so Schäfer. Während diese Schilderungen den Rezensenten noch etwas an die Schreibweise eines "verspielten, undisziplinierten" Popliteraten erinnern, erkennt er in der dem Erzählband ebenfalls beigefügten, späteren Geschichte "Unter dem Regenbogen" Popovics Verwandlung zu einem "stilistisch zurückhaltenden" und deshalb "effektvollen" Erzähler.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.01.2011

Judith Leister zeigt etwas unemphatisch die Übersetzung von Edo Popovics Debüt "Mitternachtsboogie" an, das im Kroatischen vor zwanzig Jahren erschien und damals prompt zum Kult-Buch avancierte. Heute scheint der darin zelebrierte große Rausch etwas aus der Zeit gefallen, allerdings schreibt Popovic mittlerweile auch deutlich nüchterner, weiß Leister. In ihrer kurzen Kritik informiert sie über den Roman dahingehend, dass er weniger von einer Handlung als von den Frauen gekennzeichnet sei, die der Ich-Erzähler zwischen Zagreb und Berlins aufgabele und die entweder stark politisiert, alkoholisiert oder geschlechtskrank seien.

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