Aus dem Englischen von Helma Schleif. Auf der Erde breitet sich eine nie gekannte Dürre aus. Eine hauchdünne, widerständige Polymerschicht entstanden aus Industrieabfällen bedeckt die Ozeane und verhindert jedes Verdunsten des Meerwassers. Flüsse werden zu Rinnsalen, die Wälder stehen in Flammen und die unerträglich helle Sonne brennt auf die verdorrten Landschaften nieder. Während die meisten Menschen an die Küsten strömen, bleibt der Arzt Ransom mit wenigen anderen in der Stadt zurück. Das Klima verändert die zurückgebliebenen Bewohner und Gewalt und Verzweiflung breiten sich aus - während einige, in Einklang mit der apokalyptischen Wüstenlandschaft, ihre Erfüllung finden. Wie sein Roman "Die Flut" ist "Die Dürre" eine Blaupause der "Climate Fiction" und ragt mit seinen grellen, surrealen Bildern einer Klimakatastrophe weit in unsere Gegenwart hinein.
Rezensent Jakob Hayner vernachlässigt gern die Handlung in J. G. Ballards früher Climate Fiction von 1962. Warnungen, Belehrungen, Heroismus wie in neueren Büchern des Genres braucht er bei Ballard nicht zu befürchten. Was hier stattdessen zählt sind Atmosphäre, Bilder und Literarizität, erläutert Hoyner, der Ballards surrealistische Szenarien einer Welt ohne Wasser einfach als literarische Erfahrung genießt und als "Evolution im Zeitraffer".
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