Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. 1957. Maarten Kooning, ein etwas schüchterner Akademiker, heuert in einem Institut zur Erforschung niederländischer Volkskultur in Amsterdam an, ebenjenem "Büro", das von Direktor Beerta geleitet wird. "Ich werde meine Sache so gut machen, wie es mir möglich ist. So wie ein Tischler einen Schrank macht", versichert Maarten, doch eigentlich ödet ihn die Arbeit schnell an. Trotzdem erstellt er mit Akribie Landkarten, auf denen verzeichnet wird, in welcher Region man welchem Aberglauben anhängt. Zugleich schildert Voskuil mit großer Detailfreude den Büroalltag, in dem nach Herzenslust gemobbt und gefaulenzt wird. Daheim erwartet ihn seine Frau Nicolien, die nicht verstehen kann, warum man sein Leben mit Erwerbsarbeit verschwendet.
Maartens Leben ist eine einzige Sinnkrise, er verzweifelt an seinem Tun - und kehrt dennoch Tag um Tag ins Büro zurück.
René Hamann bedauert sehr, dass J.J. Voskuils Romanserie über das Leben im Büro bisher in Deutschland nicht so gezündet hat wie in den Niederlanden. Dort haben die Bücher des 1926 geborenen Volkskundlers Voskuil die ganze Nation in Bann geschlagen. Für den Rezensenten sind die Romane um den Büroangestellten Maarten Koonig, seinem Institut für niederländische Volkskunde und dem etwas "verklemmten Dasein" der Niederländer im 20. Jahrhundert im Grunde genommen eine "soziale Studie als Langerzählung". Allerdings sind sie ausgesprochen geradlinig geschrieben, das macht Hamann sehr deutlich, es gebe keine Manierismen, keinen demonstrativen Kunstwillen, keinen vertrackten Plot: Man liest sie einfach "so weg". Ein um den anderen Band hat Hamann sich dem Leben des Warum die Deutschen das nicht lesen? Hamann vermutet dahinter das Desinteresse an der Selbstreflexion bei der lesenden Mittelschicht, die ihr Heil eher im Eskapismus von Vampir- Kriminal- und historischen Romanen suche.
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