Aus dem Englischen von Michael Schmidt. Nach "Sarah" das neue Buch von J.T. LeRoy: Eine Reise in die Abgründe einer Kindheit zwischen Gewalt und sexueller Ausbeutung. In "Sarah" erzählte LeRoy die Geschichte des zwölfjährigen Cherry Vanilla, die seine eigene ist. In "Jeremiah" geht er zeitlich noch weiter zurück. Er erinnert sich in locker miteinander verbundenen Episoden an die von Unsicherheit und Selbstzweifeln geprägte Beziehung seiner blutjungen Mutter zu ihm als Vierjährigem: Sarah entführt Jeremiah, der von Pflegeeltern großgezogen wird, weil sie selbst bei der Geburt ihres Sohnes erst 14 war. Mit Jeremiah zieht sie von Motel zu Motel durch die Lande und verkauft ihren Körper an Trucker. Den blond gelockten Jeremiah kleidet sie wie ein Mädchen und lehrt ihn, die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen.
Der heute 21-jährige "subkulturelle Jungstar der US-Literatur", J. T. LeRoy, der mit 16 Jahren auf therapeutischen Rat hin begann, sein zwischen Drogen und sexuellem Missbrauch angesiedeltes Leben mit dem Schreiben aufzuarbeiten, schildert in diesem Erzählband die "mehr als duldsame Reise" des Jungen Jeremiah. Der wird von seinem 4. bis zu seinem 14. Lebensjahr von seiner drogenabhängigen und sich prostituierenden Mutter durch die Staaten "geschleift", berichtet Wilhelm Trapp, von der Mutter gnadenlos instrumentalisiert und bietet sich in seiner Verzweiflung und Einsamkeit als Mädchen verkleidet seinem betrunkenen Stiefvater an. Das Buch ist an vielen Stellen "roh" und "kaum auszuhalten", so der Rezensent, doch auch gleichermaßen faszinierend. Denn LeRoy erzählt mit einer Distanz, in der sehr viel Kraft steckt, meint Trapp. Diese Distanz bewahre vor Selbstmitleid und vor Schuldzuweisung und zeuge daher von einer hohen und erstaunlichen erzählerischen Kraft. Das Buch selbst ist, obwohl später erschienen, die Basis für LeRoys ebenfalls sehr bitteren Roman "Sarah", den der Reclam Verlag im letzten Jahr veröffentlicht hat, informiert Trapp.
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