Jakob Hein

Mein erstes T-Shirt

Cover: Mein erstes T-Shirt
Piper Verlag, München 2001
ISBN 9783492270250
Taschenbuch, 152 Seiten, 11,25 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Wladimir Kaminer. Das Beispiel Jessica Drechser: Was hat sie, was andere nicht haben? Und wie gelangt man als schmalbrüstiger Komiker in den Besitz des Poesiealbums von Claudia Ross? Das Leben steckt voller Geheimnisse, und unser jugendlicher Held Jakob Hein macht sich daran, sie zu lüften. Er bietet jeder Herausforderung die Stirn, besäuft sich mit einem Getränk namens 'Grüne Wiese' und stellt sich tapfer den zersägten Schweinehälften im Fleischkombinat Berlin. Jakob Hein erzählt die tollsten Geschichten - von der mobilen Wahlurne bis zu den intimen Details seiner Jugend, wie dem ersten T-Shirt, das eigentlich ein Nicki war.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2002

Die recht plakative Anpreisung des Autors als "Dissident und großer Freidenker", wie Wladimir Kaminer in seinem Vorwort schreibt, hat dieser ganz und gar nicht nötig, behauptet Ute Stempel. Endlich mal einer, jubelt sie, der die DDR nicht zur "kabarettistischen Klamaukkiste" zurechthämmert, endlich mal einer, der frei ist von nostalgischen Anwandlungen und larmoyanten Anklagen. Was Jakob Hein, als Sohn einer Filmemacherin und des Schriftstellers Christoph Hein in einem sicher recht freidenkerischen Haushalt aufgewachsen, auszeichnet, so Stempel, ist vor allem die Redlichkeit seiner Beschreibungen und Beobachtungen, die das dem System ohnehin immanente Lächerliche nicht noch zusätzlich schrill betonen. Hein beschreibe die Zeit zwischen 1980 und 1989 als "graue Zeit", als graue Schulzeit und habe einen genauen, mal melancholischen, mal frechen Blick für die verkappten Brüche im System, die menschlichen Schwächen der Systemhalter. Ganz offensichtlich schreibt hier einer, meint die Rezensentin, der das Schreiben nicht als Therapie braucht - Hein ist im übrigen Kinderpsychiater in der Berliner Charité - und deswegen einfühlsam und ohne verzerrten Hass oder Ingrimm die Absurditäten der sozialistischen Gesellschaft und die darin geförderten grotesken Verhaltensweisen beschreiben kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2001

Die Generation Golf kennen wir, doch wie war's im Osten? fragt Claus-Ulrich Bielefeld eingangs seiner Besprechung und scheint ein paar brauchbare Antworten darauf in diesem Buch gefunden zu haben. Nicht viel anders als im Westen, wäre so eine Antwort, "Kindheit und Jugend waren im Westen wie im Osten offensichtlich gut behütet." Umso schwieriger erscheint es dem Rezensenten, davon zu erzählen: "Wie will man das Harmlose interessant machen?" Mit Situationskomik z.B., von der der Autor offenbar etwas versteht, und indem man "im Alltäglichen die schrägen Momente" entdeckt. In dieser "Stolpermethode" liegt für Bielefeld der Charme der Skizzen über die Adoleszenz während der letzten Jahre "des gerade versinkenden sozialistischen Atlantis."
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