Hans Hübner, ein Freund aus Kindertagen, besucht Henry Jaegers Grab in Ascona. Er möchte Abschied nehmen. Rückblickend erzählt er von den vielen gemeinsamen Jahren und Erlebnissen. Kindheit, Jugend und Krieg verbrachten sie Seite an Seite. In der jungen Bundesrepublik trennen sich zunächst ihre Wege. Hübner fasst Fuß, studiert und wird Rechtsanwalt. Jaeger gleitet über Schwarzmarktgeschäfte und kleine Gaunereien mehr und mehr ins kriminelle Milieu ab. Hübner heiratet und gründet eine Familie. Jaeger ist Lebemann, Frauenheld und Kopf einer Einbrecherbande. Erste Ermittlungen gegen Jaeger bringen die Freunde wieder zusammen. Hübner wird Jaegers Anwalt und engster Freund. Hübner ist Jaegers Verteidiger im großen Prozess gegen die Bande. Später vertritt er ihn gegenüber Verlagen, Gläubigern und Produzenten. Als Freund ist Hübner eng mit dem Privatleben Jaegers vertraut. Er ist oft zu Besuch in Ascona und lernt die anderen Mitglieder der Künstlerkolonie kennen. Ihr gegensätzlicher Charakter hält die beiden Freunde ein Leben lang zusammen, führt aber auch zu Brüchen und Streitigkeiten. Vor dem frühen Tod kann Hübner Jaeger nicht bewahren.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.08.2019
Rezensent Mario Scalla freut sich, dass ihn der Frankfurter Krimiautor Jakob Stein mit dieser Romanbiografie an den vergessenen Schriftsteller Henry Jaeger erinnert. Denn aus Jaegers Leben gibt es einiges zu berichten, fährt der Kritiker fort, der hier nachliest, wie jener vom illegalen Taxiunternehmer, Einbrecher und Haftinsassen zum Schriftsteller avancierte, der auch in die Künstlerkolonie nach Ascona eingeladen wurde - und sich im Künstlermilieu doch stets fremd fühlte. Stein recherchierte gründlich, entschied sich aber doch für die Form der "Romanbiografie", erklärt der Kritiker, der das Buch so fesselnd wie "verrückt" findet.
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