Aus dem Englischen von Cornelia Künne, Cornelius Reiber, Monika Kulow. Kaum ein Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat in den letzten Jahren eine ähnliche Renaissance erfahren wie James Baldwin. Was zum einen mit der einzigartigen Schönheit seiner Prosa zu tun hat - aber auch damit, dass die Themen, die ihn bereits vor sechzig Jahren umtrieben, noch heute drängend sind. 1924 in ärmlichen Verhältnissen in New York geboren, bekam Baldwin früh zu spüren, dass nicht alle Menschen gleich sind. Auch aus Hass gegen die weißen Unterdrücker wandte er sich dem Glauben zu. Bald jedoch ging ihm auf, dass er einen Irrweg eingeschlagen hatte - auch durch seine Lektüren. Baldwin wollte Schriftsteller werden, doch im rassistischen New York der vierziger Jahre, würde er nicht reüssieren. Er zog nach Frankreich, ließ sein Geburtsland jedoch nie aus dem Blick:In den sechziger Jahren engagierte er sich in der Bürgerrechtsbewegung, zeit seines Lebens setzte er sich für die Rechte von Schwarzen, von Homosexuellen ein - und schrieb flammende, hellsichtige Essays und einige der schönsten Romane des 20. Jahrhunderts.
Anlässlich seines 100. Geburtstags widmet sich Rezensentin Angela Gutzeit drei Neuerscheinungen von und über James Baldwin: Auch ein Band mit Gesprächen, herausgegeben vom Kampa Verlag ist darunter. Beispielsweise ist darin ein Gespräch enthalten, das Baldwin mit dem legendären Feuilletonisten Fritz J. Raddatz geführt hat - es geht um die sich immer wieder fortsetzende Spirale der Gewalt gegen Schwarze. Auch im Gespräch mit der Anthropologin Margaret Mead brilliert Baldwin, wenn es um die Verantwortung der Weißen für die Sklaverei geht, so Gutzeit. Aber auch Kritik an wenig feministischen Darstellungen in seinen Roman muss er etwa von Audre Lorde hinnehmen - nach wie vor sind diese Texte von 1961 bis 1984 äußerst anregend und lesenswert, urteilt die Kritikerin.
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