Aus dem Amerikanischen von Henriette Zeltner. Mitautorin: Asha Bandele. Black Lives Matter ist die neue große Bürgerrechtsbewegung in Amerika. Als im Sommer 2013 der Feuerwehrmann George Zimmerman freigesprochen wurde, der den 17-jährigen schwarzen Schüler Trayvon Martin erschossen hatte, entstand unter dem Hashtag #BlackLivesMatter die neue Bürgerrechtsbewegung. Jetzt erzählt die Mitbegründerin ihre Geschichte.
In diesem Buch erzählt Patrisse Khan-Cullors von einer Kindheit in Angst und Armut. Und sie schildert auf bewegende Weise, wie sie sich dank Literatur und Kunst aus der Hoffnungslosigkeit befreien konnte und welche Verpflichtungen zu einem Engagement für Freiheit und Gerechtigkeit daraus erwachsen sind - in einem Amerika, dessen Minderheiten immer stärker unter Druck geraten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2018
Michael Hochgeschwender hat Respekt für die Leistung der Mitbegründerin der Black-Lives-Matter-Bewegung Patrisse Khan-Cullors. Wenn Khan-Cullors nun ihre Autobiografie als Mischung aus persönlich gefärbter Familiengeschichte, sozialer Analyse und politischer Agitationsschrift vorlegt, erkennt der Rezensent die "archetypische schwarze" Lebensgeschichte, Erfahrungen von Polizeigewalt und sozialer Ungerechtigkeit inklusive. Mitreißend findet er diese Schilderungen erfahrenen Unrechts, die die Autorin mit Analysen ihrer Bedingungen unterlegt. Fragwürdig jedoch bleibt für den Rezensenten der süßliche an Gospel-Magie erinnernde Ton des Ganzen. Eine Auseinandersetzung mit der Gewalt innerhalb der schwarzen Communities im Buch vermisst Hochgeschwender auch.
Rezensentin Marie Schmidt lernt mit Patrisse Khan-Cullors' in Zusammenarbeit mit der Journalistin Asha Bandele verfasstem Memoir nicht nur die Anfänge der von der Autorin initiierten Protestbewegung kennen. Das Buch in Form der "oral history" ist für sie eine Gegenerzählung zu "schwarzen" Erfolgsgeschichten a la Obama. Wie Selbstermächtigung aus Unfreiheit entsteht, vermag ihr die Autorin anhand ihrer Kindheit im Latino-Stadtteil Van Nuys in Los Angeles zu berichten. Der Eindruck eines Zyklus aus struktureller Benachteiligung und Gewalt entsteht laut Rezensentin, der die von der Autorin verwendete Begrifflichkeit von Liebe und Hoffnung ganz und gar nicht esoterisch vorkommt.
Gebannt hat Rezensentin Fatma Aydemir diese gemeinsam mit der Journalistin Asha Bandele verfasste Autobiografie der queeren schwarzen Aktivistin Patrisse Khan-Cullors gelesen. Khan-Cullors erzählt von ihrem Aufwachsen in einer prototypischen armen schwarzen Familie während des Kriegs gegen Drogen, von ihrem Vater, der wegen Drogenbesitzes ins "Prison Fire Camp" kommt, und von ihrem psychisch kranken Bruder, der nach einem manischen Schub des Terrorismus beschuldigt wird und im Bezirksgefängnis von L. A. von Wachleuten mit Abu-Grahib-Methoden missbraucht wurde. Dass in der deutschen Fassung "People of Colour" mit "farbig" und "race" mit "Rasse" übersetzt wurde, findet Aydemir allerdings äußerst unangenehm.
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