Aus dem Französischen von Rike Bolte. Port-au-Prince, 12. Januar 2010, Tag des verheerenden Erdbebens in Haiti, das sich dieses Jahr zum zehnten Mal jährt. Ein Überlebender, der sich Bernard nennt, begegnet Amore, einer Neapolitanerin, die für eine NGO arbeitet. Liebe auf den ersten Blick. Um dem Chaos der zerstörten Stadt zu entkommen und um Bernard zu helfen, schlägt Amore ihm eine Reise nach Rom vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2021
Rezensent Niklas Bender findet James Noels im französischen Original bereits 2017 erschienenen Text über das Erdbeben von Haiti gelungen. Allerdings nicht als Roman, sondern als Sammlung von Prosagedichten. Die Suche nach einem Plot gibt Bender schnell auf, schon die Beschreibung des Bebens ist "schillernd", stellt er fest. Dafür stößt er auf eine vielfältige Tektonik aus Leitmotiven, Metaphern, semantischen Erschütterungen und oraler Sprache, "skrupulös" übertragen von Rike Bolte. "Bilder und Bedeutungen" gebiert all das zuhauf, versichert Bender, nur eben keinen Roman.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.06.2020
Rezensentin Andrea Pollmeier freut sich über Rike Boltes "kongeniale" deutsche Übersetzung von James Noels Roman von 2017. Der Text, eine Reminiszenz an das Erdbeben in Haiti von 2010, eine Liebesgeschichte auch, besticht laut Pollmeier durch einen poetisch-sinnlichen Stil und einen Mix aus kreolisch-volksliedhaften Sprachbildern und Anleihen an Erzählweisen zeitgenössischer Weltliteratur. Den sprunghaften Erinnerungen des Protagonisten an den Einsturz und den Wiederaufbau von Port-au-Prince zu folgen beschert der Rezensentin mit Boltes Nachempfindung der Lautmalereien und Anspielungen im Text umso mehr Leseglück.
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