Rückerstattung Ost: Wie ging die SBZ/DDR nach dem Krieg mit dem Thema der von den Nazis "arisierten" Vermögenswerte um und warum gab es bis 1989 keine Rückgaben an die jüdischen Eigentümer oder deren Erben? Wie wurde dies heikle Thema nach dem Mauerfall durch das wiedervereinigte Deutschland aufgegriffen und welche Konsequenzen erwuchsen daraus? Die Restitutionsansprüche der NS-Verfolgten oder deren Nachkommen standen von Beginn an in Konkurrenz zu den Reparationsforderungen der sowjetischen Besatzungsmacht. Dennoch kann, wie Jan Philipp Spannuth in seiner Untersuchung nachweist, nicht in erster Linie die sowjetische Militäradministration für die ablehnende Haltung verantwortlich gemacht werden. Es war vielmehr die SED, die sich strikt allen Forderungen nach Restitution verweigerte. Für das wiedervereinigte Deutschland werden die unterschiedlichen Prozesse nach dem Mauerfall 1989 nachgezeichnet, die schließlich zur Verankerung der Eigentumsrückgaben an NS-Verfolgte in den Einigungsvertrag führten. Daneben wird die Praxis der Rückerstattung qualitativ und quantitativ analysiert. Für den gesamten Zeitraum von Kriegsende bis in die 90er Jahre hinein kann die Brisanz und besondere Problematik des Themas dabei anhand zahlreicher Fallbeispiele und Einzelschicksale aus den Rückgabeämtern in den neuen Bundesländern deutlich gemacht werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2007
Erhellend scheint Karl Wilhelm Fricke dieses Buch über den Umgang der DDR mit "arisiertem" jüdischen Eigentum, das Jan Philip Spannuth vorgelegt hat. Deutlich wird für ihn, dass es mit der materiellen Wiedergutmachung von an Juden begangenem Unrecht in der DDR nicht weit her war. Im Gegenteil: Die SED habe in der Frage nach Wiedergutmachung und Entschädigung eine konsequente Verweigerungshaltung eingenommen. Fricke schätzt Spannuths Darstellung der Enteignung von jüdischem Besitz in den Jahren 1933 bis 1945, des Umgangs der SED mit der Rückerstattungsproblematik sowie der Restitutionspolitik im wiedervereinigten Deutschland als informativ und gut recherchiert.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…