Jürgen Lillteicher

Raub, Recht und Restitution

Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in der frühen Bundesrepublik
Cover: Raub, Recht und Restitution
Wallstein Verlag, Göttingen 2007
ISBN 9783835301344
Gebunden, 288 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Die Rückerstattung jüdischen Eigentums war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein zentraler vergangenheitspolitischer Konflikt zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den überlebenden Juden. Das Ende des Kalten Krieges fachte diese Auseinandersetzung erneut an, da die Eigentumsfrage im Zusammenhang mit der Konstituierung von Zivilgesellschaften in Osteuropa und der seit Mitte der 1990er Jahre geführten internationalen Wiedergutmachungsdebatte an zentrale Stelle gerückt ist. Jürgen Lillteicher verknüpft die Untersuchung des politischen Prozesses mit der Betrachtung der Rückerstattungspraxis und liefert so einen innovativen Ansatz für diese aktuelle zeithistorische wie politische Problematik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.06.2008

Tobias Winstel begrüßt diese Studie über die Rückerstattung jüdischen Eigentums in der frühen Bundesrepublik, die Jürgen Lillteicher vorgelegt hat. Im Mittelpunkt der umfangreichen Untersuchung sieht er die Frage nach dem Umgang der westdeutschen Gesellschaft, Behörden und Gerichte nach 1945 mit der Enteignung und Ausplünderung der Juden. Deutlich wird für ihn die Verdrängung des Wissens um schamlose Bereicherungen sowie die Ablehnung der von den Alliierten verordneten Restitutionsregelungen. Winstel lobt Lillteichers differenzierte Betrachtung der verschiedenen "Graustufen" der Restitution. Besonders instruktiv findet er den Teil des Buchs, der sich damit befasst, wie sich viele Profiteure gegen die Rückerstattung wehrten und schließlich über Lobbyarbeit erreichten, dass 1969 das sogenannte Reparationsschädengesetz verabschiedet wurde, das auf die "Wiedergutmachung der Wiedergutmachung" zielte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2008

Udo Wengst nimmt diese Studie zur Rückerstattung jüdischen Vermögens in der Bundesrepublik zunächst positiv auf, da dieser Bereich der Wiedergutmachung bisher nicht annähernd so gründlich erforscht sei wie der Bereich der Entschädigung. Vermögen wurde den jüdischen Bürgern vom Staat und von privaten Personen geraubt, der Umfang wird bis zu 14 Milliarden Dollar geschätzt. Der Autor der Studie, Jürgen Lillteicher, macht verschiedene Phasen der Rückerstattung aus, die mit einer Verpflichtung durch die Alliierten begann, sich dann etwas ausweitete, aber durch die Jahrzehnte restriktiv und widerwillig von deutschen Behörden gehandhabt wurde. Hierbei entnimmt der Rezensent dem Buch allerdings die bittere Ironie, dass von Restriktion keine Rede mehr sein konnte, als es galt die "Rückerstattungsgeschädigten" (!) wiederum zu entschädigen. Allerdings teilt der Rezensent nicht das strenge Urteil des Autors über die unzureichenden Zahlungen. Im Gegenteil: Er findet, dass sich im Ergebnis die Rückerstattungen sehen lassen können.
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