Jan Schröder

Rechtswissenschaft in Diktaturen

Die juristische Methodenlehre im NS-Staat und in der DDR
Cover: Rechtswissenschaft in Diktaturen
C.H. Beck Verlag, München 2016
ISBN 9783406696060
Gebunden, 146 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Noch immer fehlt es an einer umfassenden Darstellung der Rechtstheorie im Nationalsozialismus und in der DDR. Jan Schröder legt nun die erste vergleichende Untersuchung der Methodenlehren vor. Sie offenbart überraschende gemeinsame Wesenszüge. Maßgeblich waren einerseits der Wille des Führers bzw. der Partei, andererseits die völkisch-rassistische bzw. sozialistisch-kommunistische Weltanschauung. So ergeben sich in beiden Systemen ständig Konflikte zwischen autoritärem und ideologischem Prinzip, aber auch inhaltliche Übereinstimmungen wie die Geringschätzung des Gewohnheitsrechts und des Richterrechts, die ideologische Auslegung, die Anwendung der dialektischen Logik u.a. In Abgrenzung zur "bürgerlichen" Doktrin tritt das deutliche Profil einer diktatorisch-ideologischen Rechtstheorie hervor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2016

Milos Vec empfiehlt das Buch des Rechtshistorikers Jan Schröder als "sehr deutsches" Sachbuch mit fortdauernder transnationaler Relevanz. Nicht nur potenziell aktuelle Bezüge entdeckt er im Buch, vor allem Schröders genauer Blick in die Geschichte der methodischen Aushöhlung von Recht und Rechtswissenschaft in der NS-Zeit und in der DDR fasziniert den Rezensenten und stößt ihn auch ab, da er erkennen muss, wie einfallsreich in den beiden deutschen Diktaturen ideologisch das Recht verbogen wurde. Die Rechtsquellenlehre des Nationalsozialismus unter die Lupe nehmend, erläutert der Autor ihm, was in der Diktatur unter Recht zu verstehen war. In großer Schärfe die Entwicklungslinien aufzeigend, skrupulös, wie Vec erkennt, die Quellen auswertend, werden Rechtspraxis und Rechtswissenschaft vom Autor umsichtig analysiert. Die von Schröder eingestreuten Beispiele geben Vec einen Eindruck von den praktischen Folgen, bei denen es nicht selten um Leben oder Tod ging, wie er schreibt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…