Jane Austen

Liebste Freundin!

Briefe
Cover: Liebste Freundin!
Manesse Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783717525875
Gebunden, 512 Seiten, 45,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andrea Ott und mit einem Nachwort von Adriana Altaras. Jane beim Federballspielen, Jane in der Theaterloge, Jane am Kartentisch. Jane als Spaziergängerin, Jane als Tänzerin, Jane als Lesende und Schreibende. Jane, die Heitere, Jane, die Nachdenkliche, Jane, die Spitzfindige … In diesem Briefband finden sich unzählige Facetten einer genialen Erzählerin, der hier auf Erden nur gut vierzig Jahre beschieden waren. Sie haben ihr gereicht, um unsterblich zu werden. Nicht nur Romanklassiker wie "Stolz und Vorurteil", "Northanger Abbey", "Emma" oder "Vernunft und Gefühl" hat uns Jane Austen hinterlassen, sondern auch ein faszinierendes Zeit- und Selbstporträt in gut 150 Briefen, geschrieben zwischen 1796 und 1817 - einen unermesslichen Schatz für alle, die die Autorin lieben, ihren feinen Witz, ihre Schlagfertigkeit, ihren Sinn für Dramaturgie und Zuspitzung. 

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.12.2025

Begeistert berichtet Rezensentin Elke Heidenreich von ihrer Lektüre der gesammelten Briefe Jane Austens. Adressatin war meist, aber nicht immer, Austens Schwester Cassandra, die wohl einen Teil der Korrespondenz, weil zu intim, vernichtet hat, erklärt uns Heidenreich. Die erhaltenen Briefe zeichnen ein dichtes Bild einer Epoche, in der Frauen, wenn sie nicht familiär eingebunden waren, außer Handarbeit nicht viele Beschäftigungsmöglichkeiten hatten. Auch die materiellen Lebensumstände, von Kleidung bis Nachttöpfen, kommen Heidenreich zufolge immer wieder zur Sprache. Austen berichtet in den Briefen vor allem - und das äußerst ausführlich - über Alltäglichkeiten und Gefühlsfragen. Politik und weltbewegende Ereignisse kommen in dieser engen südenglischen Welt hingegen kaum zur Sprache. Durchaus biestig schreibt Austen teils über Bekannte, auch Bälle finden dauernd Erwähnung, über Austens eigenen Blick aufs männliche Geschlecht lernt man hingegen wenig, fährt die Rezensentin fort. Insgesamt erkennt Heidenreich in den Briefen Vorstudien zu Austens Romanen. Ein schönes Buch, das ein lebendiges Bild einer faszinierenden Frau zeichnet, meint Heidenreich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2025

Rezensent Jürgen Kaube wirft sich mit den anlässlich von Jane Austens baldigem 250. Geburtstag erstmals ins Deutsche übersetzten Briefen der Autorin ins Dickicht der Austen-Diskussionen. Worin besteht der anhaltende Reiz ihrer Texte und woraus ergibt sich die Reizbarkeit ihrer Leser:innen? Kaube sieht einen möglichen Ursprung in dem ambivalenten Bild, das wir von Austen haben. Für viele gilt sie als Urheberin eines sentimentalen England-Kitsches, der sich in banalen und realitätsfremden Liebesverstrickungen ergeht; für andere ist sie die spitzzüngige Kritikerin gerade dieser oberflächlichen Selbstbezogenheit und eine fein gestimmte Antenne für die Entlarvung falschen Verhaltens. Ob wir in Austen nun die "harmlose Verfasserin" nichtssagender Liebesschmonzetten sehen oder die Chronistin einer bürgerlichen Schicht, für die es sehr wohl auch finanzielle wie lebensverändernde Konsequenzen hatte, wer mit wem zusammenkommt, klar ist, dass ihre Briefe überraschend alltäglich anmuten, urteilt Kaube. Mitunter vergisst er, dass es sich hierbei um die Korrespondenzen einer berühmten Autorin handelt, findet er darin doch kaum die erwarteten Geistesblitze und scharfen Beobachtungen wieder und liest eher von Bällen, Kartenspielen und Speiseplänen. Ob das an der postumen Briefvernichtung durch Austens Nachkommen liegt, bleibt unklar. Nur manchmal blitzt der Geist einer "zivilisierten Verachtung" hervor, der nur wenig Geduld für die Dummheit seiner Mitwelt übrig hatte. Ein Grund für die erneute Lektüre ihrer Romane ist diese Briefsammlung allemal, schließt der Kritiker. 

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