Aus dem Dänischen übersetzt und kommentiert von Ulrich Sonnenberg. Mit einem Nachwort von Erik Fosnes Hansen. Die Französin Babette hat es ins norwegische Dörfchen Berlevaag verschlagen, wo sie jahrein, jahraus ihren Dienst im Haushalt der Pfarrerstöchter Philippa und Martine tut. Dabei ahnen ihre Herrinnen nicht, welches Talent in ihr schlummert: Menschen mit ihren Kochkünsten glücklich zu machen. Babette war ehemals die gefeierte Meisterköchin eines Gourmettempels, des Pariser "Café Anglais". Doch für Schwelgereien und sublime Genüsse scheint im hohen pietistischen Norden niemand einen Sinn zu haben. Bis Babette eines Tages in der Lotterie gewinnt und die Damen samt Gästeschar zu einem echt französischen Festmahl lädt. Und endlich kann sie zur Überraschung aller beweisen, dass auch Norweger nicht vom Knäckebrot allein leben. Jenseits der realistischen Lesart offenbart Blixens Erzählung eine parabelhafte Botschaft: die der Befreiung des Menschen aus schicksalhaften Zwängen durch die Kunst. "Babettes Gastmahl" liest sich als eine alle Sinne ansprechende Feier kultivierten Genießens. Ulrich Sonnenbergs meisterliche Neuübersetzung, die erste seit vielen Jahrzehnten und aus dem dänischen Originaltext, haucht dem zeitlosen Werk neues Leben ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2022
Rezensent Hubert Spiegel ist hin und weg von Tania Blixens Erzählung in der ersten vollständigen deutschen Übertragung von Ulrich Sonneberg. Lohnend scheint ihm nicht nur der sprachliche Teil, sondern auch der Inhalt. Die Ende des 19. Jahrhunderts spielende Geschichte einer jungen französischen Köchin bei zwei pietistischen Schwestern in der kargen Finnmark und darüber, was die junge Frau Zauberhaftes mit einem Lottogewinn anstellt (ein magisches Festmahl kreieren), zieht Spiegel in ihren Bann durch ihre Seltsamkeit und das kunstfertige Arrangement Blixens, die nicht nur geschickt die Perspektiven wechselt, sondern außer übers Essen auch über Leidenschaften, das Gute und das Böse sowie die Kunst höchst unterhaltsam zu schreiben weiß, wie der Rezensent versichert.
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