F. Scott Fitzgerald

Der große Gatsby

Roman
Cover: Der große Gatsby
Manesse Verlag, Zürich 2025
ISBN 9783717525745
Gebunden, 352 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem amerikanischen Englisch von Bernhard Robben und mit einem Nachwort von Claudius Seidl. Erzählerisches Meisterwerk und die Great American Novel des 20. Jahrhunderts in Neuübersetzung als Jubiläumsausgabe in Leinenoptik mit Goldfolienprägung. Mit 100-Jahre-Gatsby-Zeittafel, Briefen sowie prominenten Stimmen zum Werk und Rezensionen.
Long Island in den Zwanzigerjahren: Altes Geld trifft auf neues Geld, Glamour auf Stil, Moral auf Amoral. Wer hier wohnt, hat es geschafft, so auch der aufstrebende Broker Nick Carraway. Schon bald hört er von einem mysteriösen Nachbarn, der in seiner Nobelresidenz die exzentrischsten Partys von ganz Long Island gibt. Bei Jay Gatsby tanzt die New Yorker Society ums goldene Kalb, und plötzlich ist Nick ein Teil davon. Was er nicht weiß: Die Aufnahme in den inner circle war kein Glücksfall, sondern kalte Berechnung. Der Strippenzieher Jay Gatsby hat es nämlich auf Nicks Cousine abgesehen, auf seine Jugendliebe Daisy Buchanan. Dass Daisy inzwischen standesgemäß verheiratet und heillos versnobt ist, steigert den Reiz des Verlangens nur noch. Ein wilder Reigen von Ekstase und Ernüchterung, Betörung und Überdruss, Gier und Verrat beginnt. 

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2025

In einer schönen neuen Ausgabe liegt F. Scott Fitzgeralds Klassiker hier vor, freut sich Rezensentin Nadine A. Brügger. Auf den Inhalt des von Bernhard Robben gut neu übersetzten Romans um den Tellerwäscher James Gatz, der zum Millionär J. Gatsby aufsteigt und von seiner großen Liebe Daisy träumt, geht sie nur kurz ein. Hauptsächlich beschäftigt sie sich mit der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Buches, vermutlich entlang des umfangreichen Materials - Besprechungen, Korrespondenzen und so weiter -, die dem Buch, ebenso wie Endnoten und ein Nachwort Claudius Seidls, beigefügt sind. Besonders ausführlich geht die Rezensentin auf die Vorgeschichte der Veröffentlichung ein - Fitzgerald war zwar schnell davon überzeugt, ein großes Buch geschrieben zu haben, bald mischte sich sein Stolz auf das Erreichte jedoch mit Selbstzweifeln und tatsächlich gelang dem Werk der große kommerzielle Durchbruch erst postum. Insgesamt eine Veröffentlichung, so könnte man die Rezension zusammenfassen, die einem der großen Klassiker der amerikanischen Literatur vollauf gerecht wird.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.05.2025

Zum hundertsten Jubiläum legt Rezensent Ronald Düker allen dringend ans Herz, F. Scott Fitzgeralds epochemachenden Roman um den hochstapelnden Aufsteiger Jay Gatsby, geboren als James Gatz, noch einmal oder vielleicht auch zum ersten Mal zu lesen. Gatsby ist unsterblich verliebt in Daisy, die aber während seines Dienstes im Ersten Weltkrieg einen anderen Mann geheiratet hat, der der gesellschaftlichen Klasse entstammt, aus der auch sie kommt, der reichen Oberschicht, lernen wir. Gatsby versucht nun, sie mit aller Macht zurückzugewinnen, zieht in ein Haus in ihrer Nähe und schmeißt legendäre Parties in der Hoffnung, Daisy zurückgewinnen zu können - für Düker schließt diese Geschichte um Kämpfe zwischen Old und New Money, um Klassenkämpfe und Dekadenz auch ziemlich gut an das aktuelle Amerika an. Dass der Roman, der sich für den Autor des Nachworts, Claudius Seidl, irgendwo zwischen Neuer Sachlichkeit und Surrealismus bewegt, mit dem wenig glamourösen Tod Gatsbys endet, der von seinen Bekanntschaften schnell vergessen wird, hält für den Kritiker doch auch eine moralische Botschaft bereit - und eine geradezu poetische Prophezeiung auf Donald Trump.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 07.04.2025

Schon im Abitur hat Rezensent Paul Ingendaay F. Scott Fitzgeralds berühmtesten Roman begeistert gelesen und auch die wiederholte Lektüre fasziniert ihn aufs Neue: Der Erzähler Nick Carraway berichtet von seinem Freund Jay Gatsby, der unsterblich in Daisy Buchanan verliebt ist und in einer zunehmend dekadenten Welt nicht nur unermesslichen Reichtum rätselhaften Ursprungs angehäuft hat, sondern auch auf das radikale Ende aller Illusionen zuschlittert. Der Manesse-Verlag hat sich für Ingendaay auf äußerst lobenswerte Weise die Aufgabe vorgenommen, zum 100. Geburtstag des Buches eine Jubiläumsausgabe auf den Markt zu bringen, die nicht nur den Romantext beinhaltet, sondern auch den aufschlussreichen Briefwechsel des Autors mit seinem Lektor Maxwell Perkins, ein Nachwort von Claudius Seidl und Kritikern aus den 1920er Jahren. So erfährt der Kritiker beispielsweise, dass es erst Perkins war, der die Idee hatte, Gatsby selbst nur schemenhaft im Roman auftauchen zu lassen. Ein Buch, das "wieder und wieder" gelesen werden sollte, schließt er überzeugt.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.04.2025

Rezensent Richard Kämmerlings nimmt das Erscheinen dieser sehr gelungenen Neuausgabe von Fitzgeralds "Der große Gatsby" zum Anlass, um über die Größe dieses Jahrhundertromans und seines Autors nachzudenken. Dass mit den USA und ihren neuen Giganten, den Donald Trumps und Elon Musks dieser Welt auch eine Figur wie Gatsby wieder "great" wird, könnte man erwarten, so Kämmerlings. Und tatsächlich ist Gatsby, als der "prototypische Hochstapler", als den man ihn durchaus lesen kann, als Verkörperung des amerikanischen Traums, Ideal des sich selbst aus dem Nichts erschaffenden großen Mannes, einem Elon Musik verführerisch ähnlich, erkennt der Rezensent. So mag der gesellschaftssatirische Aspekt des Romans momentan zeitgemäßer denn je erscheinen. Diese Lesart jedoch wird der Figur in all ihrer Ambivalenz und ihren komplexen Beziehungen und damit auch dem Roman an sich nicht gerecht, so Kämmerlings, einem Roman, der weniger aktuell ist als zeitlos. Die Neuausgabe mit ihrem hervorragenden Nachwort von Claudius Seidl und den angehängten Auszügen aus Briefwechseln und frühen Rezensionen, bietet die Möglichkeit, diese zeitlose Qualität neu zu entdecken und zu würdigen, so der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2025

Rezensent Jan Wiele freut sich über umfangreiche Jubiläumsausgabe von F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby", die nicht nur die neunte deutsche Übersetzung der "Great American Novel", diesmal von Bernhard Robben, bietet, sondern auch einiges Zusatzmaterial. So erfährt Wiele etwa aus dem Nachwort von Claudius Seidl, dass Literaturwissenschaft und Kritik erst nach und nach zu der Einsicht kamen, dass es sich nicht nur bei Jay Gatsby, sondern auch, weniger offensichtlich, bei der heimlichen Hauptfigur und Erzählinstanz Nick Carraway um einen Hochstapler handeln könnte. Auch über andere Perspektiven auf den Romanklassiker, etwa die "Lobpreisungen" verschiedenster Schriftstellergrößen (darunter Hemingway, Gertrude Stein oder Haruki Murakami), aber auch über die Einsicht, dass es sich um einen "Männerroman" handele, in dem Frauen schlecht wegkommen, kläre die Ausgabe mit ihrem Zusatzmaterial auf, lobt der Kritiker. Interessant findet er außerdem Robbens Neuübersetzung, die sich im Vergleich zu den vorherigen Versionen durch einen besonderen Fokus auf sprachbildliche Stimmigkeit auszeichnet, vermittelt Wiele. Für ihn weckt diese Jubiläumsausgabe nur wieder aufs Neue eine Begeisterung für diesen Roman, trotz seiner Schwächen.

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