Jane Campbell

Bei aller Liebe

Roman
Cover: Bei aller Liebe
Kjona Verlag, München 2024
ISBN 9783910372313
Gebunden, 240 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Eine Woche bis zur Hochzeit ihrer Tochter und Agnes beschleicht ein ungutes Gefühl: So viele Therapeuten unter den Gästen, wenn das mal gutgeht. Sie ahnt nicht, wie recht sie hat! Da wäre zum Beispiel ihr Onkel Malcolm, der Agnes nach dem Tod ihrer Eltern aufzog und nie den Mut aufbrachte, ihr zu erzählen, wessen Kind sie wirklich ist. Joseph wiederum ist heimlich in Agnes verliebt, seit sie vor Ewigkeiten bei ihm in Therapie war. Beide Männer haben sich vorgenommen, ihre Geheimnisse endlich zu lüften. Der größte Risikofaktor für die Hochzeit ist jedoch Agnes selbst, die sich gerade von einer intensiven Affäre erholt, von der niemand wissen soll.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2024

Als Psychoanalytikerin kennt Jane Campbell die Abgründe der menschlichen Seele wohl besser als die meisten, vermutet Rezensent Rainer Moritz. Wie gut, dass sie sich entschieden hat, aus diesen Abgründen zu schöpfen und das Zu-Tage-Gebrachte zu Literatur zu verarbeiten. Und was für Literatur! "Souverän", behände und geschickt erzählt die 1942 geborene Debütantin ihre Geschichte über folgenreiche Entscheidungen und die Motivationen, die ihnen zugrunde liegen, so der Rezensent. Dabei spielt sie gekonnt mit bekannten Inzestmythen, flicht die Ideen Freuds mit ein, und hält bis fast zum Schluss einen eleganten Spannungsbogen aufrecht, lesen wir. Nur in den letzten Kapiteln geht es dem Rezensenten ein wenig zu schnell. Trotzdem erwartet Moritz weitere Bücher dieser Autorin mit Vorfreude.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.08.2024

Ein Meisterk: So das Urteil der Rezensentin Katharina Döbler über Jane Campbells ersten Roman. Die knappe Rezension stellt die drei Hauptfiguren vor: einen Theologieprofessor, dessen ebenfalls akademisch aktive Nichte, sowie den Therapeuten dieser Nichte, einen Mann mit Mutterkomplex. Die Handlung, die diese drei Figuren in durchaus musikalischer Manier verknüpft, hat etwas mit einer Liverpooler Liebesnacht im Zweiten Weltkrieg sowie mit der Psychoanalyse zu tun, deutet Döbler an, die von der Klugheit und Menschenkenntnis der Autorin - ihres Zeichens ebenfalls Psychoanalytikerin - schwer beeindruckt ist.
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