Maggie O'Farrell

Hier muss es sein

Roman
Cover: Hier muss es sein
Piper Verlag, München 2024
ISBN 9783492058704
Gebunden, 544 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Kathrin Razum. Claudette Wells ist eine Frau, die zur Schrotflinte greift, sobald sich ein Fremder ihrem abgelegenen Haus in Donegal nähert. Vor Jahren schon floh sie mit ihrem Sohn Ari in dieses Refugium im Nordwesten Irlands. Warum aber gab sie ihre Karriere als Filmstar auf, obwohl die Welt und der berühmte schwedische Regisseur Timou Lindstrom ihr zu Füßen lagen? Als Daniel Claudette zum ersten Mal begegnet, ahnt er nichts von der komplizierten Vergangenheit dieser scheinbar so berühmten wie rastlosen Frau. Der Linguistikprofessor aus Brooklyn lässt sein altes Leben hinter sich, um zu Claudette und Ari zu ziehen. Doch als Daniel vom Tod seiner Ex-Geliebten Nicola Janks erfährt, bricht eine über Jahrzehnte verdrängte Schuld über ihn herein. Und reißt ihn aus dem Leben, das er und Claudette sich aufgebaut haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2024

Rezensentin Lerke von Saalfeld freut sich, diesen 2016 im Original erschienenen Familien- und Geheimnisroman von Maggie O'Farrell nun auch auf Deutsch entdecken zu können: Die Handlung dreht sich um ein Ehepaar, das das Leben mit der Vergangenheit und den Geheimnissen, die sie in die Ehe bringen, immer neu aushandeln muss. Die Frau Claudette war mal eine berühmte Schauspielerin, sie ist aus ihrer vorherigen Ehe geflohen und jetzt, wie ihr Mann bezeugt, "verrückt", davon liest Saalfeld in immer wechselnden Zeit- und Handlungsräumen. Man muss ein bisschen aufpassen, sich nicht in der Geschichte zu verheddern, räumt sie ein, doch hat ihr die geistreiche und doppelbödige Erzählweise der Autorin offenbar großen Spaß gemacht.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 23.02.2024

Wie bereits in "Hamnet" erweist sich Maggie O'Farrell nun erneut als "Expertin für schwierige Beziehungen" und als raffinierte Literatin, lobt Rezensentin Dorothea Westphal. "Schwierig" ist die Beziehung zwischen Claudette und Daniel nicht unbedingt, weil beide emotional versehrt sind, sondern aufgrund der Art und Weise, wie sie mit dieser Versehrtheit umgehen. Es ist der Zerstörungsprozess, der O'Farrell interessiert - wie das Schweigen, die Verdrängung von Fehlern aus Angst oder Scham eine Beziehung von innen heraus zersetzen können, lesen wir. Von dieser Zersetzung erzählt die Autorin spannungsreich, humorvoll, mit viel Feingefühl und Sympathie für ihre Figuren. Dabei wechselt sie immer wieder sprungartig die Zeiten, Orte und Perspektiven, was anfangs etwas konfus erscheinen mag. Doch man kann dieser Autorin vertrauen - am Ende fügt sich alles zu einem klaren Bild, dem Bild zweier Menschen, die zueinander und ineinander Trost gefunden haben, und denen man trotz ihrer Versäumnisse das Beste wünscht, so die berührte Rezensentin.

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