Jean Bollack

Dichtung wider Dichtung

Paul Celan und die Literatur
Cover: Dichtung wider Dichtung
Wallstein Verlag, Göttingen 2006
ISBN 9783835300804
Kartoniert, 535 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen und herausgegeben von Werner Wögebauer. An den Texten Paul Celans ausgerichtet, durchmißt der Philologe, Freund und Weggefährte den kulturellen Raum, der sich für den Leser Celans durch die zahlreichen literarischen und kulturellen Bezüge in dessen Werk auftut. Der Bogen ist weit gespannt, von den Autoren der Antike über die deutsche Klassik bis hin zur Dichtung und Philosophie des 20. Jahrhunderts. Die Interpretationen des Bandes rekonstruieren die dialogische Spannung zwischen einem Ich, das seine Position in der Geschichte gewählt hat, und einem Du, das sich in der Sprache bewegt und als Dichter agiert. Neben bereits häufig diskutierten Gedichten untersucht Bollack auch Texte, die bislang kaum Beachtung gefunden haben. Zugleich zeichnet sich in der Auseinandersetzung mit den vorherrschenden Deutungsansätzen eine kritische Geschichte der Celan-Interpretation ab, in der sich die intellektuellen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte widerspiegeln.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2007

Jean Bollack: ein Meister der Philologie. Beate Tröger kommt zu diesem Schluss, nachdem sie Bollacks jetzt aktualisiert vorliegende Paul-Celan-Interpretationen nicht nur als "Dokument einer Freundschaft", sondern vor allem als Ausdruck der "immensen Faszination eines Werks auf seinen Interpreten" gelesen hat. Die Texte selbst begreift sie als Einzelbeiträge zu Bollacks, die Celansche Dichtungslogik analysierender "Poetik der Fremdheit" und beurteilt den Lektüreansatz positiv, der Celans Lebensumständen und dem historischen Kontext der Gedichte Rechnung trage. Für Tröger hebt sich Bollacks Hinweis auf die "polemische Stoßrichtung" von Celans Texten "wohltuend" ab von Versuchen, diese als Opferlyrik zu lesen. In Bollacks eigener Auseinandersetzung mit der philologischen Tradition wird die Ausnahmestellung seiner Interpretationen für die Rezensentin sichtbar. Ein bisschen Spekulation hier und dort verzeiht Tröger dem Autor bei so viel Erleuchtung gerne.
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