Paul Celans poetisches Werk ist bereits seit dem Ende der 1950er Jahre zum Objekt einer außergewöhnlich breitgefächerten literaturkritischen und literaturwissenschaftlichen Aufmerksamkeit geworden. Seitdem avanciert der Dichter zum meistgedeuteten Lyriker der Nachkriegszeit. Wie aber war Paul Celan als Mensch - als Spiel- und Schulkamerad, als Kollege und Gefährte, als Freund und Geliebter? 55 Autoren, die ihn in verschiedenen Phasen seines Lebens gekannt haben, erinnern sich an ihre Begegnungen mit dem Dichter und beschreiben ihn aus unmittelbarer Nähe. Die in diesem Buch versammelten Materialien stellen den ersten übersichtlichen Versuch dar, dem menschlichen Bild Celans anhand der Fülle hinterlassener veröffentlichter und teils unveröffentlichter oder in deutscher Sprache zum ersten Mal erscheinender Erinnerungen in konzentrierter Form näher zu kommen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2020
Gleich zwei neue Titel zu Paul Celan werden von Rezensent Lothar Müller angezeigt. In diesem Buch hat der Kritiker offenbar geschwelgt, und er zieht den Erzählfaden nach, der kein Faden ist, sondern ein Erzählstrom. Dabei wird das "chorische Prinzip" von Lothar Müller besonders hervorgehoben, denn zu allen Lebensorten des Dichters, an denen entlang dieses Erinnerungsbuch erzählt wird, gibt es viele Stimmen, die von Celan und dem jeweiligen Umfeld zu berichten wissen. Durch alles hindurch wird Celans eigene Stimme hörbar, schreibt Lothar Müller, eine "Stimme wie keine andere" so zitiert er Dorothea Müller-Altneu, "zwischen Mezzosopran und Alt". Die Erinnerungen an die Lebensstationen Celans bringen vieles hervor, was wohl nur einer sehr großen Zahl von Freunden und Lebenszeugen, wie sie hier genannt werden, entstammen kann.
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