Aus dem Französischen von Alexander Garcia Düttmann. Der Philosoph Jean-Luc Nancy, spricht hier erstmals davon, wie er vor bald zehn Jahren das Herz eines anderen erhalten hat. Der Eindringling beginnt mit einem Plädoyer für den Eindringling und dessen konstitutive Fremdheit. Dann spricht er vom Herzen des anderen. "Man hat es mir eingepflanzt... mein eigenes Herz war unbrauchbar geworden, aus einem Grund, der nie geklärt wurde. Um leben zu können, musste ich das Herz eines anderen erhalten. Welches andere Programm kreuzte so die Bahn meines eigenen physiologischen Programms?"
Eine kurze Lesempfehlung schickt Krischan Schroth seiner ansonsten kommentarlosen Abhandlung des Buches von Jean-Luc Nancy hinterher. Ein Essay, der persönliches Erleben mit.philosophischen Betrachtungen verknüpft, teilt uns der Rezensent mit. Aber wie schreibt dieser Autor, was fasziniert den Rezensenten? Der lässt uns die Antwort nur erahnen, indem er den Autor Sätze lang zitiert. Nancy selbst hat sich einer Herztransplantation unterzogen, die ihn zu vielerlei Mutmaßungen über das vermeintlich Eigene und vermeintlich Fremde veranlasst. Das Eigene muss der Körper abstoßen und das Fremde nimmt er an, referiert Schroth, indem seine Immunität herabgesetzt wird, also der Körper sich selbst entfremdet wird. Am Ende ist nicht mehr das Herz nur der Eindringling, fasst Schroth Nancys philosophisch gefärbte Eigenerkenntnis zusammen, sondern die Gattung Mensch spielt und ist sich selbst "Der Eindringling". Ob es sich um ein eindringliches Buch handelt - Nancy erkrankte anschließend an Krebs und musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen -, teilt uns der Rezensent im übrigen nicht mit.
Die Figur des Eindringlings ist im Werk des französischen Philosophen Jean-Luc Nancy von zentraler Bedeutung. Die Schließung von Gemeinschaften werde durch die öffnende Figur des Eindringlings erst möglich - so fasst der Rezensent Christian Schlüter die zentrale These von Nancys "Die undarstellbare Gemeinschaft", einem seiner wichtigsten Werke, zusammen. Die nun erschienene Erzählung sei ein sehr viel persönlicheres Buch und schildere "rückhaltlos" seine "Leidensgeschichte nach einer Herztransplantation". Freilich liege eine philosophische Lektüre der privaten Geschichte nahe
Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie… Szczepan Twardoch: Sehnsucht Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…