Aus dem Englischen von Claudia Voit. Maggie ist vier, als sie in die Obhut des Staates kommt. Nichts in den Heimen, Wohngruppen, Pflegefamilien ist von Bestand; sie sehnt sich nach Verbundenheit, erfährt große menschliche Güte - und was es heißt, ausgeliefert zu sein. Als sie erwachsen ist und dieses zerrüttete Leben hinter sich gelassen hat, wirft eine unerwartete Nachricht sie zurück in ihre Vergangenheit: Erinnerungen an dunkle Nächte kehren wieder, Klopfzeichen an der Schlafzimmerwand, die erste Liebe und unbegreiflicher Verlust. Können wir den Geschichten, die wir tief ins uns vergraben, jemals entkommen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2025
Ein ganzes Leben in einem Roman: Das entdeckt Kritikerin Emilia Kröger in Jennifer Downs zweitem Buch, das von der circa fünfzigjährigen Protagonistin Maggie Sullivan erzählt. Temporeich werde die Geschichte eines sozial benachteiligten Mädchens und später dann Frau geschildert, teils würden Jahre in kurzen Sätzen abgehandelt und einzelne, lebensverändernde Momente wie hineingezoomt minutiös erläutert, was sich Kröger zufolge sehr elegant ineinanderfügt. Die Geschichte Maggies ist nicht gerade bekömmlich, verrät die Kritikerin, als Vierjährige kommt sie ins Heim, wo sie das erste Mal missbraucht wird, ein Studium muss sie aus psychischen Gründen abbrechen. Dass Maggie gegen Einsamkeit und Isolation ankämpfen muss "wie eine erschöpfte Schwimmerin", wird bildreich und soghaft vermittelt, versichert die überzeugte Rezensentin.
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