Jeremy Rifkin

Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft

Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus
Cover: Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783593399171
Gebunden, 528 Seiten, 27,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Schmid. Der Kapitalismus geht seinem Ende entgegen. Das geschieht nicht von heute auf morgen, aber dennoch unaufhaltsam. Und die Zeichen dafür sind längst unübersehbar: sinkende Produktionskosten, Share Economy, Internet der Dinge. Jeremy Rifkin fügt die Koordinaten der neuen Zeit zu einem erkennbaren Bild zusammen. Aus unserer industriell geprägten erwächst eine globale, gemeinschaftlich orientierte Gesellschaft. In ihr ist Teilen mehr wert als Besitzen, sind Bürger über nationale Grenzen hinweg politisch aktiv und steht das Streben nach Lebensqualität über dem nach Reichtum. Wie dieser fundamentale Wandel unsere Zukunft bestimmen wird?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.09.2014

Jeremy Rifkins Fortschrittsoptimismus geht Fritz Göttler runter wie Öl: dass das Internet die Welt dahingehend verändert, dass nicht mehr Arbeit und Eigentum, sondern Teilen und Partizipation künftig das Zusammenleben prägen werden, hört sich für ihn ausgesprochen gut an - aber leider auch zu schön, um wahr zu sein. Carsharing und Couchsurfing schön und gut, meint Göttler, aber stehen hinter Uber und Airbnb nicht knallhart gewinnorientierte Unternehmen, und lassen sich nicht diejenigen, die ihr Gästezimmer und ihren Beifahrersitz hergeben, gerne dafür entlohnen? Und wo kommen die Autos und Sofas überhaupt her, wenn sich nicht irgendjemand die Arbeit macht, sie herzustellen? Die Vision des Prosumenten, in dem Produktion und Konsum zusammenfallen, scheint Göttler doch nur in wenigen Bereichen realistisch. Die Begeisterung Rifkins hat ihm dennoch gut gefallen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 16.08.2014

Am liebsten würde Konstantin Richter gleich einen Anti-Rifkin schreiben, in dem eine von Grenzkosten befreite Überflussgesellschaft eben nicht, wie von Rifkin in seinem neuen Buch beschrieben, gemäßigt daherkommt, sondern weiter produziert, was das Zeug hält. Aber Richter übt nicht nur Kritik an diesem Best-of-Rifkin. Das marxistisch klingende Zukunftspanorama, das der Ökonom entwirft und bei dem totale Effizienz schließlich zu Profiteinbrüchen und weiter zum Erblühen von Tausch und Selbstverwaltung führt, hat für den Rezensenten durchaus etwas Reizvolles und auch Prophetisches. Dass Jeremy Rifkin in seinen schönen Überlegungen, etwa zum Internet als idealtypischem Gemeingut und zum Energiesektor die (Google-) Wirklichkeit teilweise ausblendet, findet Richter umso bedauerlicher.

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