Sahra Wagenknecht

Reichtum ohne Gier

Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten
Cover: Reichtum ohne Gier
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783593505169
Kartoniert, 292 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

'Es ist Zeit, sich vom Kapitalismus abzuwenden', sagt Sahra Wagenknecht. Denn der Kapitalismus ist längst nicht mehr so innovativ, wie er sich gibt. Bei der Lösung der großen Zukunftsfragen - von einer klimaverträglichen Energiewende bis zu nachhaltiger Kreislaufproduktion - kommen wir seit Jahrzehnten kaum voran. Für die Mehrheit wird das Leben nicht besser, sondern härter. Es ist Zeit für eine kreative, innovative Wirtschaft mit kleinteiligen Strukturen, mehr Wettbewerb und funktionierenden Märkten, statt eines Wirtschaftsfeudalismus, in dem Leistung immer weniger zählt, Herkunft und Erbe dagegen immer wichtiger werden. Mit ihrem Buch eröffnet Wagenknecht eine politische Diskussion über neue Eigentumsformen und die vergessenen Ideale der Aufklärung. Sie legt eine scharfsinnige Analyse der bestehenden Wirtschaftsordnung vor und zeigt Schritte in ein demokratisch gestaltetes Gemeinwesen, das niemandem mehr erlaubt, sich zulasten anderer zu bereichern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2016

Markus Günther kann nur staunen, wie souverän Sahra Wagenknecht fast sämtliche Fehler des Politikerbuches vermeidet. Keine Eitelkeiten, kein Geprahle mit eigenen politischen Erfolgen, meint Günther. Stattdessen stößt er auf Sachkenntnis, analytische Schärfe, einen gut lesbaren (mutmaßlich selbst verfassten) Stil, kluge Beobachtungen und ideenreiche, fundierte Argumente, wenn es darum geht, unsere Wirtschaftsordnung zu erläutern, ökonomische Denkschulen vorzustellen und dem Leser die Verbindungen von Kapital, Waren, Arbeit und Mensch verstehbar zu machen. Als Kompliment ordnet der Rezensent ein, dass er der Autorin mitunter gern widersprechen würde. Etwa, wenn sie Rot-Grün von 1998 die wachsende Ungerechtigkeit im Land in die Schuhe schieben möchte. Ein gelungenes Propädeutikum der deutschen Wirtschaft, das laut Günther gar nicht durchweg klassisch links argumentiert und, für den Rezensenten überraschend, nationalstaatliche Lösungen propagiert.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.03.2016

Peter Gauweiler lobt Sahra Wagenknechts Buch über den grünen Klee. Kaum zu glauben, nicht mal für Gauweiler selbst, der mit Wagenknecht so manche Stunde im Bundestag verbracht hat. Aber so ist es: Die Autorin serviert Gauweiler ein Verständnis des bundesdeutschen Wertekanons à la Erhard, dass er mit den Ohren wackelt und seine Parteikollegen mit ihm. Wenn Wagenknecht sodann eine entfremdete Finanzwirtschaft geißelt und sie Kapitalismus nennt, scheint das Rätsel gelöst. Doch Gauweiler entdeckt auch hier Gemeinsamkeiten und lobt den ausgezeichneten Stil der Autorin und ihre furiose Abrechnung mit dem globalen Managerkapitalismus. Einzig im letzten Kapitel, wo Wagenknecht Vorschläge zu einer "Gemeinwohlgesellschaft" unterbreitet, hat der Rezensent Einwände. Klar und informativ findet er die Lektüre allerdings durchgängig.

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