Bearbeitet und kommentiert von David Safier. Als Bestsellerautor David Safier für seinen Roman "28 Tage lang" recherchierte, der im Warschauer Ghetto spielt, stieß er auf ein außergewöhnliches literarisches Dokument: eine Komödie des polnischen Autors Jerzy Jurandot, die im Januar 1942 im Femina-Theater inmitten der Grauen des Ghettos uraufgeführt wurde. Ein Lustspiel mit Musik, voller komischer Szenen und Verwicklungen, ein Stück über die Liebe zwischen jungen Menschen, denen doch keine Zukunft gewährt sein wird, weil sie schon bald in die Gaskammern geschickt werden.
Der Text ist ein sensationeller Fund. "Die Liebe sucht ein Zimmer" ist eine Komödie aus den Zeiten des Holocausts. Sie zeigt, dass es ein Lachen geben konnte inmitten der Schrecken des Ghettos und angesichts der drohenden Gaskammern. Auch dass selbst in solchen Zeiten Liebe möglich war. Und dass beides - Lachen und Liebe - den Menschen angesichts des nahenden Todes Kraft und Trost spenden konnten.
David Safier hat den Text behutsam bearbeitet und durch ein Vorwort ergänzt, das den historischen Kontext erläutert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2017
Oliver Jungen ist David Safier dankbar für die Herausgabe dieser Liebeskomödie aus dem Warschauer Getto von Jerzy Jurandot. Auch wenn das Stück laut Jungen literarisch nicht herausragend ist, mentalitätsgeschichtlich findet der Rezensent es hochinteressant. Vor dem Hintergrund des Alltags und der Not im Getto liest sich der klassische Volkstheaterplot mit überkreuzter Liebe und Kalauern über Schwiegermütter und knausrige Vermieter schließlich ganz anders, meint Jungen. Vielleicht hätte das Stück mit dem Happy End einen Prolog oder Epilog des Herausgebers gut vertragen, mutmaßt der Rezensent. Dass die jüdischen Gettobewohner hier einmal nicht als anonyme Masse erscheinen, ist für Jungen die eigentliche Sensation.
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