Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2008
Der Autor dieser Gedichte Jidi Majias ist Funktionär verschiedener chinesischer Schriftstellerverbände. Staatsfromme oder angepasste Literatur schreibt er, so der Rezensent Ludger Lütkehaus, trotzdem nicht. Was damit zu tun haben könnte, dass er Teil der chinesischen Minderheit der Lolo ist, die Majias - darin dann doch dem offiziellen Sprachgebrauch folgend - die "Yi" nennt. Es brauche aber nicht viel Entschlüsselungskunst, meint Lütkehaus, um in manchen der Gedichte ein Plädoyer für die Autonomie Tibets zu erkennen. Besondere Stärken zeige Majia immer dann, wenn es um sein eigenes Volk und seine Traditionen in den Zusammenhängen einer globalisierten Gegenwart geht. Manches andere - etwa ein Nelson Mandela gewidmeter Rückblick aufs 20. Jahrhundert - erschöpfe sich dann doch eher im "Gutgemeinten". Also: eine freundliche, keine überschwängliche Kritik.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…