Aus dem Chinesischen von Susanne Hornfeck. Mit einem Vorwort von Ai Weiwei, dem Sohn Ai Qings. Das Covermotiv wurde von Ai Weiweis Sohn Ai Lao gestaltet. Ai Qings Gedichte zählen zum Kanon chinesischer Lyrik und haben die moderne Dichtkunst des Landes wesentlich geprägt. Sie zeigen eine Nation im Wandel, denn sie spannen den Bogen über die vergangenen hundert Jahre - vom Ende des Kaiserreichs über die Gründung der Volksrepublik zur Kulturrevolution -, und erzählen vom Konflikt zwischen Nationalisten und Kommunisten, dem Imperialismus der japanischen Invasoren und dem Kampf zwischen den Machthabern. Angeregt durch Vorbilder wie Walt Whitman und Wladimir Majakowski befreite Ai Qing die chinesische Lyrik aus erstarrten poetischen Traditionen, indem er in freien Versen schrieb. Er wandte sich in klarer, schnörkellose Sprache und anschaulicher Metaphorik unmittelbar an sein Lesepublikum. In allen seinen Texten spürt man eine tiefe, persönliche Leidenschaft und Naturverbundenheit, eine genuine Liebe zu den Menschen und tiefes Mitgefühl mit den Unterdrückten. Ai Qings Gedichte sind ein wesentlicher Schlüssel zum Werk seines Sohnes Ai Weiwei, der in seiner zeitgleich erscheinenden Autobiografie "1000 Jahre Freud und Leid" erzählt, wie die Geschichte seines Vaters ihn und sein künstlerisches Schaffen geprägt haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2021
Rezensent Wolfgang Kubin kommen die Tränen angesichts dieser Neuübersetzung von Ai Qings Versen durch Susanne Hornfeck. Wie er selbst einst die Bedeutung des Dichters hat übersehen können, kann er nun nicht mehr verstehen. Beglückend findet Kubin nicht nur die genialen Verse Ais über den Trinker, die Amme, den Bettler, sondern auch seine Fähigkeit, in ihnen das Leid einer ganzen Nation zu erkennen. Der Band vereint dabei laut Kubin zwei Dichter, den rebellischen Ai der Zeit von 1912-1949 und den angepassten Ai der Zeit nach der Verbannung ab 1979. Zu entdecken ist ein chinesischer Rilke, verspricht Kubin.
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