Jim Holt

Gibt es alles oder nichts?

Eine philosophische Detektivgeschichte
Cover: Gibt es alles oder nichts?
Rowohlt Verlag, Reinbek 2014
ISBN 9783498028138
Gebunden, 400 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Hainer Kober. Es ist die schwierigste und zugleich faszinierendste Frage aller Zeiten: Warum gibt es unser Universum? Weshalb ist es entstanden? Wieso existieren Materie und Bewusstsein, Raum und Zeit? Lässt sich überhaupt eine Antwort finden oder ist unsere Realität nur der Traum eines verrückten Philosophen? Jim Holt hat sich auf die Suche nach einer Lösung gemacht. Wie ein Detektiv geht er Spuren nach, spekuliert, kombiniert, experimentiert und sucht wichtige Zeugen auf: Physiker, Theologen, Philosophen und nicht zuletzt John Updike. Am Ende seiner spannenden Erkundung steht die Frage nach unserem eigenen Platz im Universum, nach unserer Existenz und unserer Endlichke

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.10.2014

Michael Maar ist restlos begeistert von Jim Holts "detektivischer Suche nach der Superschildkröte", auf der alle anderen Schildkröten stehen, die einander und die Welt tragen, ein Bild, das aus einer berühmten Anekdote über Bertrand Russell stammt, verrät der Rezensent. Holt geht es um die Frage, warum die Welt existiert, um die "sich selbst erklärenden Erstursache", erklärt Maar, und der Autor bleibt dabei trotz aller Klugheit beeindruckend bescheiden, freut sich der Rezensent. Und all die Geschichten über Lektüren von und, wo möglich, Treffen mit den wichtigsten Vertretern der widersprüchlichen Positionen liest sich noch dazu so gut, dass der Rezensent schwört, er habe dieses Buch wirklich direkt von vorne angefangen - zweimal sogar. Seine vorsichtige und vorläufige Antwort findet Holt bei Derek Parfit, dem "Merlin unter den vielen großen Denkern" in seinem Buch, so Maar, wie genau dessen 'Selektor' in der "ontologischen Lotterie" im Groben aussieht, will der Rezensent aber noch nicht verraten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2014

Nur am Schluss des Buches von Jim Holt fühlt Uwe Ebbinghaus sich ein bisschen verschaukelt. Da löst der Autor das von ihm laut Rezensent bis dahin so intelligent wie unterhaltsam umkreiste Rätsel des Universums allzu wohlfeil auf. Was der Wissenschaftsjournalist Holt allerdings zuvor geleistet hat, verdient für Ebbinghaus allen Erfolg, den das Buch in den USA genießt. Das liegt für ihn am hohen Niveau des Textes, der jenseits propädeutischer Begriffklärungen Philosophen, Naturwissenschaftler und Theologen befragt, aber auch am Humor des Autors, wenn der abschweifend über das Mittagessen der Highbrows erzählt. Grundsätzlich unterhaltsam, das merkt der Rezensent beim Lesen, sind diese Menschen, wenn sie ultimative Antworten auf den Ursprung der Welt suchen und diese zugleich infragestellen. Nach der erhellenden Lektüre fühlt sich der Autor nicht mehr so als sei er noch "mindestens fünf Einsteins von der Antwort entfernt" wie Holt es in seiner Einleitung konstatiert.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.07.2014

Hannes Stein nimmt diesen Bestseller des Philosophen Jim Holt in die Hand, in dem der Autor die Frage stellt, warum es etwas gibt und nicht nichts, und staunt. Derart unterhaltsam hätte sich Stein die Antwort nicht vorgestellt. Als Pointenfeuerwerk bezeichnet er Holts Ausführungen, als Buch, das mit Bogart verfilmt werden könnte, und das ihm auch Tränen entlockt, etwa wenn der Autor über den Tod seiner Mutter schreibt. Die Neutralität des Autors zwischen Kampfatheisten und Orthodoxen beeindruckt den Rezensenten, ebenso, wie der Umstand, dass er die metaphysische Frage ernst nimmt, doch nicht zu sehr. Als philosophische Detektivgeschichte findet Stein das Buch gelungen.

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