Jo Lendle

Was wir Liebe nennen

Roman
Cover: Was wir Liebe nennen
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2013
ISBN 9783421046062
Gebunden, 256 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Die Reise in ein fremdes Land wird zu einem Aufbruch in ein neues Leben. Lambert ist Zauberer, aber er ist es nicht gern. Trotzdem akzeptiert er freundlich alles, was das Schicksal sich so für ihn ausdenkt bis er bei einem Auftritt in Kanada Fe kennenlernt, die ausgestorbene Tierarten erforscht. Die beiden verbringen ein paar Stunden miteinander, und schon geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf. Bald muss Lambert sich entscheiden: Will er zurück in sein altes Leben in Osnabrück, wo seine Freundin auf ihn wartet, oder setzt er alles aufs Spiel?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2013

Rainer Moritz hätte sich gewünscht, dass der Autor mehr seinen Fertigkeiten vertraute. Die liegen laut Moritz in einem bewusst naiven Ton ohne viel Pathos. So hätte ihm die eigentlich "charmante" Geschichte eines Ausbruchs aus einer festen Lebenskonstellation und die folgende Liebesgeschichte viel besser gefallen. Da Jo Lendle, wie Moritz bedauernd schreibt, seinen Text allerdings mit Bedeutung überfrachtet und mit poetischen Miniaturen ohne erkennbaren Zweck, hat Moritz Mühe, das derart "in sich selbst verliebte" Buch wirklich gern zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.09.2013

Alex Rühle ist bitter enttäuscht vom neuen Roman des Tausendsassas Jo Lendle. Aber vielleicht hat er von dem Autor und Verleger einfach zu viel erwartet. So herrlich die Geschichte um den Langweiler, Ausreißer und Aussteiger Lambert auch beginnt, fast zauberisch, findet Rühle, mit geschmeidigen Dialogen, straffer Handlung und dichter, mit Leitmotiven vollgepackter Handlung, so verwunderlich geht es weiter. Da liest der Rezensent plötzlich eine von magischem Realismus angehauchte Farce, die anfängliche Leichtigkeit verflüchtigt sich, Metaphern werden totgeritten, und der Autor scheint Rühle einfach die Lust verloren zu haben an seinem Text. Der Rezensent tut es ihm schweren Herzens gleich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2013

Sandra Kegel hat sich sehr beeilt, den heute erscheinenden Roman des zukünftigen Hanser-Verlegers Jo Lendle wohlwollend zu besprechen. Sie kennt die reisenden Helden des Autors gut. Wenn Lendle in diesem Roman einen Zauberkünstler von Osnabrück nach Kanada schickt, damit dieser dort in einer amour fou sein zweites Ich entwickeln und verfluchen kann, fühlt sie sich gut unterhalten. Süßlich zwar findet sie mitunter die Liebesgeschichte, dafür erscheinen die Reisebilder ihr märchenhaft-fremd. Und wenn Lendle mit dem Doppelgänger-Motiv an die Romatik rührt, allerdings mit eigenem, ironischen Ton, wenn er Glück und Biochemie gegeneinander abwiegt, dann findet die Rezensentin das verdammt modern.
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