"Bürger trifft Bürger", so beschreibt Joachim Gauck sein Verständnis von den öffentlichen Auftritten, die er als Bundespräsident wahrnimmt. Dabei geht es ihm nicht darum, der Bevölkerung nach dem Mund zu reden, sondern eine klare Haltung zu wichtigen Fragen einzunehmen, die unser Leben und unsere Gesellschaft betreffen. Er hütet sich vor vermeintlichen Patentrezepten und sagt sehr deutlich, wo ideologische Fallen lauern. So spricht er über Anpassung und Widerstand. Darüber, wie schwierig es ist, Freiheit zu gestalten. Warum Deutschland und Europa eine lebendige Erinnerung brauchen. Und wie aus Untertanen engagierte Citoyens eben Bürger werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.12.2013
Er redet besser, als er schreibt, findet Bernd Eilert. Joachim Gaucks gesammelte Aufsätze aus 20 Jahren haben den Leipziger Kabarettisten nicht vom Hocker gerissen. Dass Gauck als Querdenker gilt, kann er hier nicht feststellen. Dagegen will Eilert im Buch Grönemeyerschen Bildwelten, Westernhageschem Freiheitscredo und, oha, Xavier-Naidoohaft-Nebulösem begegnet sein. Das ist hart, doch Eilert nimmt's gelassen, wohl wissend, dass ein paar Aufsätze noch keinen Bundespräsidenten machen. Eilert kämpft sich wacker durch Beamtendeutsch und norddeutschen Protestantismus. Vorsätze, etwa fürs neue Jahr? Blässlich, meint Eilert. Gaucks Thema sei die Erinnerung. Und das ist immerhin in Ordnnung.
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