Richard von Weizsäcker hat als Regierender Bürgermeister von Berlin und als Bundespräsident deutsche Geschichte geschrieben. In einem von Sympathie getragenen Porträt stellt sein Wegbegleiter und ehemaliger Mitarbeiter Friedbert Pflüger die prägenden Ereignisse und großen Themen im Leben des über alle Parteigrenzen hinweg hoch geachteten Politikers vor. Bis heute ist Richard von Weizsäcker einer der beliebtesten und angesehensten deutschen Politiker. Als Regierender Bürgermeister des geteilten Berlins und danach als Bundespräsident, in dessen Amtszeit (1984 bis 1994) der Fall der Mauer und das Ende des Kalten Kriegs fielen, stand er lange Zeit im Mittelpunkt des deutsch-deutschen Geschehens. Wie kaum ein anderer Politiker hat Weizsäcker das Bild Deutschlands im Ausland geprägt und die deutsche und europäische Einigung begleitet und gestaltet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2010
Dass die Lichtgestalt Richard von Weizsäcker im Buch seines ehemaligen Pressereferenten Friedbert Pflüger nicht als moralische Wachsfigur erscheint, sondern als durchaus schwieriger Mensch und Chef, hält Franziska Augstein schon für einen Gewinn. Weniger begeistert zeigt sie sich in Anbetracht der Tatsache, dass Pflüger für seine anekdotenreiche, stellenweise im "Kammerdienerton" gehaltene Anekdotensammlung aus dem Zentrum der Macht bei sich selbst abgeschrieben hat. Das zu Weizsäckers Neunzigstem erscheinende Buch erkennt sie als gekürzte, teilweise aktualisierte Version von Pflügers "Porträt aus der Nähe" von 1990. Und zu allem Überfluss findet Augstein Pflüger auch nur wirklich witzig, wenn er mal selbstironisch ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010
Rezensent Rainer Blasius bespricht die drei Biografien auf einmal, mit denen Altbundespräsident Richard von Weizsäcker zu seinem neunzigsten Geburtstag von den beiden Journalisten Hermann Rudolph und Gunter Hofmann sowie seinem einstigen Mitarbeiter Friedbert Pflüger bedacht wird. Allen drei besprochenen Biografien gemein ist seiner Ansicht nach, dass sie flott geschrieben sind, dass sie weder dienstliche noch private Unterlagen aus Weizsäckers Archiv heranziehen und dass sie weidlich aus einem von Heribert Schwan und Werner Filmer herausgegebenen Sammelband schöpfen. Hinsichtlich Friedbert Pflügers Buchs lässt er es sich nicht nehmen, an den Spott zu erinnern, mit dem andere dessen Vorgängerausgabe belegten ("Kammerdienerperspektive"). Was er aber durchaus interessant zu finden scheint, ist, was Pflüger über die Vorbereitungen zu der berühmten Rede zum 8. Mai 1985 erzählt, die als moralisch-rhetorisches Glanzstück in die Annalen der Bundesrepublik einging: Offenbar plante Weizsäcker nämlich, bei diesem Anlass die Begnadigung von Hitlers Stellvertreter Rudolf Hess zu fordern - was Pflüger als Weizsäckers damaliger Referent verhindert habe.
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